Bücher, die beim Spinnen helfen…

oder es einfach schöner machen:

Neulich haben wir in einer meiner Lieblingsgruppen auf ravelry ein bisschen darüber geschnackt, welche Spinn-Bücher jede/r so im Schrank hat, und was vielleicht besonders für Anfänger interessant wäre.

Ich selbst hatte mir als erstes, wie im Netz auch häufig empfohlen, das Buch von Chantal-Manou Müller (-jetzt wissen wir, warum sie sich im WWW „Chantimanou“ nennt-) „Spinn, Spindel, Spinn“ zugelegt…und dabei festgestellt, dass es auch eins der sehr wenigen deutschsprachen Bücher auf dem Markt ist – ich weiß insgesamt drei…und muss deshalb sagen „zum Glück gibt’s noch einige auf englisch“!

 
(Quelle:amazon)

Das Buch von Chanti finde ich für Anfänger sehr gut, man muss aber wissen, dass es darin (wie der Titel schon sagt) hauptsächlich um Handspindeln mit der Spindel geht, das Spinnrad kommt leider so gut wie nicht vor. Trotzdem: Auch wer, wie ich, gleich am Spinnrad spinnen will und die Spindel links liegen lässt, kann daraus Einiges lernen, denn es enthält sozusagen die „basics“ der Spinnerei, unabhängig vom Gerät, und hilft dem Anfänger z.B. durch solche Bilder:….was ich sehr zu schätzen weiß! 

(Quelle:Chantal-Manou Müller/abfotografiert)

Aber auch für Spinnrad-Anfänger gibt es, wenigstens, ein deutschsprachiges Buch, das den Einstieg erleichtern kann: Spinnen leicht gemacht von Brenda Gibson….auch dieses ist aber aus meiner Sicht für den Rad-Liebhaber leider nicht perfekt. Klarer Vorteil: Es hat sehr schöne Fotos, die am Anfang wirklich hilfreich sind! Nur: sehr schnell habe ich aber das Gefühl gehabt, dass es genauere Fragen nicht beantwortet. Es ist bei amazon sehr gut bewertet, ich finde es eher “nicht schlecht”: 

(Quelle:amazon

Einen Überblick, nicht so schön bebildert, aber viiiel billiger, bieten für mich Bücher aus den 80igern, wobei damals wohl nicht so viel verzwirnt wurde, manchmal steht dazu gar nichts da. Ich habe z.B. bei booklooker für 1€ mal das erstanden: Spinnen von Wolle und Flachs von F-I. Pracht. Ist eher ein kleines Heft als ein Buch und gibt daher auch nur einen Überblick, ich würde es für einen ersten Einstieg trotzdem empfehlen, ehe man gleich viel Geld ausgibt. Es ist übersichtlich gegliedert, zeigt von der Rohwolle bis zum Verspinnen alle Schritte, auch mit (Schwarzweiß-)Fotos, erklärt das Spinnrad und beinhaltet immerhin Kapitel wie Zwirnen & Haspeln, Berechnen der Garnstärke und ein Flachskapitel.

 (Quelle:amazon)

Das dritte, ins Deutsche übersetzte, Buch ist „Kreativ spinnen“ von Alison Daykin – ein Buch, dem ich bei meinem letzten Berlinbesuch wegen der interessanten Bilder von diversen Garn-Projekten erlegen bin…und das ist es auch geblieben: ein schönes Bilderbuch – bisher habe ich das Gefühl „hätte ich nicht wirklich gebraucht“, wenn es auch auf den ersten Blick inspirierend wirken kann und auf den ersten 30 Seiten ein paar Erläuterungen zum Spinnen mit Spinnrad wie Spindel enthält. Aber insgesamt doch höchstens für Fortgeschrittene… 

(Quelle:amazon)

Auf Englisch finde ich für den Anfang vor allem ”Start Spinning” von Maggie Casey gut, da ist mehr erklärt und ein paar Bilder & Inspiration gibt’s auch. Ich muss allerdings gestehen, dass ich es selbst nur oberflächlich gelesen habe und eher als Nachschlagwerk benutze, weil ich nicht so gut Englisch kann, dass ich es mühelos von A bis Z lesen konnte. Insofern mag es auf Englisch noch bessere Bücher geben.

   

(Quelle:amazon) Leider ist dieses Buch an sich vergriffen und z.Zt. nur auf dem Gebrauchtbüchermarkt erhältlich.(Evtl. im Ausland preisgünstiger erhältlich). 
Des weiteren gibt es natürlich noch eine ganze Reihe englischsprachiger Bücher, die sich nicht nur an den Spinn-Anfänger richten, hier eine Liste derer, die von anderen SpinnerInnen im Forum empfohlen wurden:

Learn to Spin by Anne Field 

Spinning Wool: Beyond the Basics by Anne Field 

The complete guide to spinning yarn by Brenda Gibson  

 (Quelle: amazon)

The Intentional Spinner by Judith McKenzie McCuin 

The Fleece and Fiber Sourcebook by Carol Ekarius & Deborah Robson (Die! Faser-Bibel)

The Spinner’s Book of Fleece by Beth Smith

The Alden Amos Big Book of Handspinning by Alden Amos 

Und dann noch eine andere Empfehlung für Anfänger: Anschaulicher noch als Bücher sind Filme, die man z.B. in Form von Onlinekursen erwerben kann:
Auf Makerist, dem deutschen Onlineanbieter, gibt es mittlerweile drei Kurse von Chantimanou (hier), die gleichzeitig auch noch ihren kostenlosen YouTube-Channel unterhält.

Und wer nur ein bisschen Englisch kann, der kann sich durchaus auch an englischsprachige Videokurse wagen, ausdrücklich auch von anderen SpinnerInnen empfohlen werden dazu folgende

Empfehlenswerte Craftsy-Kurse:

Drafting Worsted to Woolen {Craftsy} by Jacey Boggs Faulkner

Foundations of Spinning {Craftsy} by Amy King 

Spinning Dyed Fibres {Craftsy} by Felicia Lo 

Ply to Knit {Craftsy} by Jillian Moreno 

(www.craftsy.com)

Und zum Schluss noch was für Alle, einfach weil er schön anzusehen und informativ ist:

Film/YouTube
: „Vom Schaf zur Wolle/zum fertigen Strickstück“: https://youtu.be/o8lP2nckxq0

Der nächste Winter kommt bestimmt…

und diesmal kann ich mich fast darauf freuen, denn ich habe etwas Neues für die Ohren, nicht nur selbstgestrickt, sondern auch selbstgesponnen, das macht natürlich besonders Spaß beim Ausführen.

Die kürzlich von mir als „Teaswater“ gezeigte Faser hat sich als Wensleydale entpuppt, was heißt, dass ich meinen Faserstash mal dringend ordnen und bei ravelry ordentlich eintragen muss😚, und ein Notizbuch habe ich mir auch zugelegt! Jedenfalls sieht das daraus gesponnene Garn im Halbpatent ganz schick aus, und so habe ich mir eine „Halbbeanie“ daraus genadelt, Patentstricken wollte ich sowieso länger schon mal wieder. 

 
Nix Besonderes also, aber ganz nach meinem Ziel, irgendwann mal die Wolle selbst zu spinnen, die ich verstricke.  

 
Und ich hab noch genug für einen passenden Cowl übrig, den werde ich demnächst annadeln. Mein Fingerjucken, als die Wolle fertig war, ist jedenfalls befriedigt und ich kann behaupten, dass ich auf die kommende Wintersaison schon vorbereitet bin, mützentechnisch😉

Im Taschenfieber

Soll ich lieber was Kreatives erzählen? Was zum Teu…treibt Strickspleen eigentlich die ganze Zeit?

Ja, manchmal frage ich mich das auch – weil ich nämlich gewerkelt habe, aber selbst nicht mehr genau zusammenkriege, was…die letzten beiden Wochenenden kann ich allerdings genau schildern, was über mich kam: echtes Taschenfieber! Und das nur, weil ich nicht mehr genau wusste, wie man denn einen Reißverschluss einnäht, wenn man auch ein Futter hat. Wie rum und wohin mit dem Zipper und so…und deshalb hab ich angefangen zu üben, und nach den Kissen für die neue Gartenbank und einer in Eigenregie (und mit einem Schaumstoffstück aus dem Karton) zusammengeschusterten (Probe-) Bankauflage (funktioniert, hurra! Obwohl ich natürlich NICHT wusste, wie man das mit den Ecken hinkriegt)  …

    
 
…habe ich mich dann zu kleinen Reißverschlusstäschchen vorgearbeitet, mit „Reißverschluss einfach oben„: 

    
 
Mit Wachstuch innen für einen Wochenend-Kulturbeutel: 

   
…oder auch mit „Reißverschluss mittig“ nach dem Prinzip „Brustbeutel“ für eine Wäschetasche: 

   
Und daaaaannn musste es eine Handtasche sein, und zwar mit „Reißverschlusstasche innen„…und weiteren Innentaschenformen wie Blasebalgtasche, Stiftetasche mit Gummiband usw., weil ich das nämlich alles mal ausprobieren wollte… 

    
 
So sind tatsächlich zwei tolle Taschen für mich entstanden, die ich auch super praktisch finde, weil sie aus alten Jeans ge-upcycelt sind, mit soooo vielen (schon vorhandenen und zusätzlich im Futter eingenähten) Taschen – und, was mich zusätzlich freut, wenn aus alt noch was Schönes wird, was man wirklich gut gebrauchen kann!

Darf ich also (auch von außen) vorstellen? Meine neue Freizeittasche

   
 

Und, mein persönliches highlight, meine neue Mainz05-Fan-&-Stadiontasche…ich freue mich schon soooo auf die neue Saison: 

    
 
Natürlich bin ich übrigens nicht mit jeder Naht und jeder Lösung zufrieden, aber ich habe doch Einiges gelernt, und mir macht’s auch immer Spaß einfach durch Rumprobieren zu lernen, lange Anweisungen zu lesen ist einfach nicht mein Ding. 

Ich weiß jetzt jedenfalls, dass es aus gutem Grund Jeans-und Stretchnadeln gibt, wie mein Reißverschlussfuß aussieht und dass bei schwer transportablen Stoffen ein Obertransportfuß sinnvoll sein kann…ich verwende Reihgarn, wenn ich den Reißverschluss wirklich sorgfältig sitzen haben will, und bekomme langsam eine Vorstellung davon, wie ich Futter-und Oberstoff aufeinanderlegen  und wenden muss, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen…und dann macht Nähen Spaß! Ein paar kostenlose Tutorials, die mir geholfen haben, kann ich definitiv weiterempfehlen:

  • Grundkurs „Nähmaschine kennenlernen“ inkl. Tutorials „Kissen“ mit Hotelverschluss& mit Reißverschluss bei makerist
  • Makerist- Nähschule „Nahtfeinen Reißverschluss einnähen„(im Rahmen wiederkehrender Sonderaktionen umsonst erhältlich/für newsletter-Bezieher/weitere interessante Kurz-Tutorials)
  • Craftsykurs „Bag making basics“ (weitere free classes)
  • Best tutorial zum Thema „Reißverschlusstäschchen mit Futter“: „Stiftetasche nähen in 15 Minuten“ von farbenmix.de
  • Anleitung zur Recycling-Jeans-Tasche von ChezNu

Heute strick‘ ich, morgen spinn ich….

Mir ist gerade sehr nach Abwechslung, so dass ich wirklich hier mal spinne, da ein bisschen stricke, dann mehr Lust auf Häkeln oder Nähmaschine habe, oder oder….oft sind es nur Experimente, die nicht unbedingt in richtige Projekte münden, deshalb weiß ich auch nicht wie ich darüber bloggen kann-ich glaube überdies, dass meine Gehirnzellen bei Hitze sowieso Urlaub machen…also einfach mal ein paar Bilder:

Schon länger versponnen, aber kürzlich erst verzwirnt: Teaswater (das hellere) im Kammzug mit sog. „Vlies“ verzwirnt -letzteres zu spinnen war für mich Anfänger arge Plackerei! Aber mir gefiel das dunkle Rot-Lila so gut…was will Frau da machen? Augen zu und durch! Technisch also ziemlich daneben, auch das Verzwirnen lief diesmal sehr holprig -aber, was soll’s?! Durch den leichten Glanz der Teaswaterfaser und das Fluffige des Vlieses hat es in der Kombi seinen eigenen Reiz – und so habe ich gestern schon begonnen, es zu verstricken, denn mein Selbstgesponnenes soll nicht in den Stashtiefen verstauben!

Rechts: eine einfache, leicht Beani-artige Mütze im Halbpatent soll’s werden, auch weil Halbpatent aus diesen nicht so wirklich schmusigen Fasern noch was Weicheres zaubern könnte. Lässt sich gut an, behaupte ich jetzt mal…und, da ich mich gegen Herbst vllt. noch mehr mit Brioche  beschäftigen möchte, eine gute Vorübung;-).

Links der Fortschritt des kürzlich erwähnten Sommerschals … Nö, ich weiß nicht, ob der diesen Sommer noch fertig wird, aber das ist auch echt ein Nebenbeiprojekt, an dem ich hauptsächlich im Auto und bei Wartezeiten hier & da einzelne Reihen stricke, sowas braucht Frau halt immer…

Und das spinne ich z.Zt.: Polwarth vom Mondschaf, erstanden auf dem Schwabsburger Wollefest.

Und da ich nur sporadisch Lust zum Spinnen habe, ist wenig Fortschritt zu sehen, auch nach einem dreiviertel Jahr Spinnrad-Besitz immer noch ungleichmäßig und zu dick….aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich nur halbwegs gescheit spinnen kann, wenn ich schon entspannt bin, Zeit habe etc….dann allerdings ist es paradiesisch, einfach meditativ und tiefenentspannt, also lass‘ ich mir die Zeit, und Spinne nur bei wirklicher Spinnlaune – ich muss ja keinen Wettbewerb gewinnen!

Und es gibt natürlich tausend andere Ideen, was ich mir gerne Stricken oder nähen würde….z.B.mal einTuch von Janukke-Design:

Der Sommer ist noch nicht vorbei…

auch wenn man das bei einem Blick durch’s Fenster kaum glauben mag;-) Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, und ganz in diesem Sinne habe ich aus der geliebten tomatenroten Silke Puro Lino auch dieses Jahr etwas Sommerliches angeschlagen – damit es endlich mal was wird, einen einfachen Schal in einem mindless-Muster, das sich genussvoll strickt und von beiden Seiten nett aussieht. 

 
Das Garn hatte ich schon im Juni 2013 bei Handmade Berlin gekauft und ursprünglich einen Shrug daraus stricken wollen, dann im Jahr darauf ein kurzes Jäckchen (Rückenteil im Bild links) und im lzt.Jahr ein Häkeltuch…aber nie ist das jeweilige Wip beendet worden und deshalb darf ich jetzt „auf ein Neues“ ran, was auch okay ist, denn immer, wenn ich diese knallrote Wolle in der Hand hab‘, macht das gute Laune…und das ist angesichts des Wetters dieses Jahr kein Nachteil. 

Übrigens sieht das Leinengarn nach dem Spannen völlig anders aus als beim Stricken, vgl. oben. Deshalb hatte ich entgegen meinem üblichen Jahresende-Ribbelwahn hier auch ein Teil des Angestrickten aufbewahrt, um das sehen zu können. Trotz der ganzen Ribbelei ist das Garn noch toll in Form und mit dem Rest, den ich sicher übrig haben werde, würde ich gerne mal was weben, um zu testen, wie sich solches Material auf dem Webrahmen verhält. Schade nur, dass mein Ipad es nicht schafft, das (dunklere) Rot so abzubilden, wie es in Wirklichkeit strahlt.

Das Muster geht so einfach, dass ich es hier mal kurz skizzieren werde: Mzahl geteilt durch 3 plus 2 Randmaschen anschlagen, abwechselnd 3 re,3li stricken, in jeder 4. Reihe die re Maschen zusammenstricken, dabei jeweils vor und hinter der zusammengestrickten re M. (2) Umschläge zum Ausgleich machen, fertig.