Die Geschichte mit der „grünen“ Wolle…und muss jetzt etwa auch die Wolle noch „vegan“ sein???

„Vegan“ ist z.Zt. in aller Munde, ein sog. Lifestyletrend (Man/Frau hat ja heute einen eigenen „Style“), der vllt. aber auch ebenso schnell wieder vergeht, wie er gekommen ist….und sogar ich, normalerweise eher wenig „stylisch“ unterwegs, habe schon davon gesprochen, dass ich vegan esse und nach „veganer Wolle“ suche…heute möchte ich Euch mal ein paar Gedanken aufschreiben, warum das eigentlich so ist, (wie immer, ohne jemanden missionieren zu wollen, das liegt mir fern, aber die Infos dahinter, die möchte ich Euch mal geben)….und schließlich stelle ich nach über einem Jahr veganer Ernährung einfach fest, dass es mein Leben doch „nachhaltig“ verändert, auch den Teil als Strickerin.

So bin ich übrigens gar Keine, die vor Mitleid mit den Tieren dahinschmilzt oder glaubt mit bewusstem Konsum die Welt retten zu können, aber wohl Jemand, der mit zunehmendem Wissen über Produktionsbedingungen einfach sein Missfallen an der Massentierhaltung mal irgendwie zum Ausdruck bringen will, und sich als Verbraucher nicht länger schlechte Qualität verkaufen lassen will, die unter Tier-und Kinderausbeutung sowie katastrophalen Umweltbedingungen entsteht und von meinen mühsam erarbeiteten Steuergeldern auch noch gefördert wird, das gilt für Lebensmittel wie aber auch für Wolle!

Was von den Herstellern von Strickwolle nämlich gern verschwiegen wird und, nach meiner Erfahrung, immer noch vielen StrickerInnen nicht bewusst ist, ist: Die Herstellung von Wolle ist meist blutig und basiert auf der Misshandlung und Ausbeutung von Schafen und auch Menschen. Und um das so zu sehen, braucht man kein Veganer zu sein, sondern nur ein gut sozialisierter (also „natürlicherweise“ mit anderen Mitgeschöpfen mitfühlender) Mensch! Denn der größte Teil der weltweit verkauften und verarbeiteten Schurwolle stammt aus Australien, wo immer noch das sog. Mulesing praktiziert wird (bei Merinowolle beherrscht australische Wolle den Weltmarkt zu 50% und den deutschen Markt sogar zu über 70%!). 

Wegen der Überzüchtung der Tiere und einer bestimmten Parasitenart werden die auf riesigen Farmen in Intensivhaltung lebenden Tiere dem Mulesing unterzogen. Dabei werden ihnen bei vollem Bewusstsein der Schwanz und das umgebende Fleisch (etwa tellergroß) weg- bzw. herausgeschnitten. Das ist in etwa so, als ob man seinem Haustier bei jeder Zecke mit dem Küchenmesser mal eben ein gutes Stück Fleisch mitrausschneidet, um ja alle Teile zu erwischen;-)…und auch viele andere bekannte Begleiterscheinungen von Massentierhaltung müssen die meisten Schafe Zeit ihres Lebens erdulden, von den Qualen bei der Akkordschur ganz abgesehen. Nach zwei bis drei Jahren regelmäßiger Schur werden die Schafe dann noch auf ihre letzte Reise geschickt, nämlich auf riesigen Transportschiffen eingezwängt zu den Fleischmärkten und Schlachthäusern im arabischen Raum, wozu sich inzwischen einige unangenehme Filme im Netz finden lassen für Alle, die sich das nicht vorstellen können. Für mich ist die Tierqualstory aber damit noch nicht zu Ende, ich habe noch weitere Scheußlichkeiten gelesen, die nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Umwelt eine Sauerei darstellen: so werden Schafe angeblich weltweit auch regelmäßig in Pestizidbäder getaucht. Diese giftigen Substanzen belasten dann natürlich auch die Gewässer und die Umwelt, nebenbei oft auch die Menschen, die unter diesen Bedingungen arbeiten. Und: in der Wolle verbleiben meist Rückstände, denn die wenigsten Garne, die wir kaufen, werden wirklich kontrolliert.

Soweit kursiert die Geschichte der Wolle unter Veganern und sie greifen deshalb bewusst und bevorzugt zu Wolle aus Pflanzenfasern & Recyclinggarn oder lehnen alle Industriegarne ab und suchen Ihr Heil bei den sog. kleinen Handfärberinnen (dazu später mehr) … Die bekannteste Pflanzenfaser (neben Bambus-, Hanf-Soja oder Maisfasern) ist wohl die BaumwolleUnd sie ist für mich symbolisch dafür, dass der Begriff „vegane Wolle“ oder der Einkauf von Pflanzenfasern nicht wirklich weiterhilft, denn giftige Pestizide kommen gerade beim Baumwollanbau, aber auch bei anderen Pflanzenfasern, massenhaft zum Einsatz, die Arbeitsbedingungen, bis hin zur Kinderarbeit, sind alles andere als fair, und selbst wenn ich Bio-BW kaufe, habe ich damit allein keinerlei Garantie, dass die Weiterverarbeitung der Faser fair und umweltschonend vonstatten ging, denn gerade auch in Färbereien und Spinnereien geschehen Umweltschweinereien und sitzen Kinder und Frauen weltweit auf sklavenähnlichen Arbeitsplätzen.

Hier können Siegel weiterhelfen, sollte man meinen, denn schließlich liest man ab und zu Begriffe wie „textiles Vertrauen“ oder „Öko-Tex Standard 100“ oder „kbA“ auf der Garnbandarole, das sollte doch dann gute Wolle sein!? Tatsächlich zertifizieren diese Siegel aber ausschließlich die Schadstoffarmut des gekauften Endproduktes, über die sonstigen Herstellungsbedingungen und die Produktion & Qualität der Rohstoffe wird damit keinerlei Aussage gemacht! Und genau dieses Siegel ist es übrigens, das die Garne der Fa.Zitron auszeichnet, die sicher die meistverwendete Wolle bei deutschen Handfärberinnen darstellt (also kleinen Firmen und Hobby-Färberinnen, die Wolle verkaufen, z.B. bei Etsy oder Dawanda & auf Wollmärkten), und die deshalb als besonders umweltfreundlich und auch unter vielen Veganern als „okay“ gelten. Aber blind kaufen gilt auch hier nicht, denn, wie gesagt, diese Garne sind ausschließlich auf Rückstände kontrolliert, über den größten Teil dessen, was ich oben geschildert habe, schweigen sie sich aus. Auch der sicher bemühte und immer auskunftsbereite Herr Zitron kann genaugenommen also bei einem Großteil seiner Garne wenig garantieren, immerhin verkauft er allerdings ein paar Garne mit strengeren Siegeln (z.B. „ÖkoTex 1000“) und handelt auf Nachfrage transparent. (Die allseits beliebte „Wollmeise“ dagegen hat nicht nur mir persönlich, sondern auch vielen anderen mir persönlich bekannten Strickerinnen jede Auskunft zur Herkunft & Produktion ihrer Garne und zu Mulesing verweigert.) Problem aus meiner Sicht ist hier: die wenigsten Handfärberinnen können sagen, ob ihre Rohstoffe Standard 100 oder 1000 sind, in der Regel kaufen sie bei Zitron und glauben, damit sei die Faser „automatisch sauber, fair & öko“ – ja, das stimmt so aber m.E. nicht, es kommt ganz auf die Siegeldetails an! (Welches Siegel überhaupt? Was genau beinhaltet dieses Siegel? Nachzulesen z.B. hier & hier

Und: es gibt strengere Siegel als „ÖkoTex“, so z.B. GOTS (Global Organic Textile Standard“), was die Wolle aber zugegebenermaßen dann automatisch teurer macht als z.B. eine durchschnittliche Zitron-basierte Wolle. Und: Alle Siegel sind teuer, natürlich ist verständlich, dass viele, gerade kleinere Firmen, sich eine Zertifizierung beim besten Willen nicht leisten können. Trotzdem ist GOTS, einigen Strickerinnen übrigens bekannt durch „RosyGreenWool„, der einzige Standard, der z.Zt. sowohl die Umwelt- als auch die Arbeitsbedingungen sowie die Schadstofffreiheit des Endprodukts kontrolliert, insofern würde ich mir schon mehr GOTS-zertifizierte Wolle auf dem deutschen Markt und als Basisgarn der Handfärberinnen wünschen. Vor allem aber das Bewusstsein bei allen Firmen, ob klein oder groß, wie Wolle produziert wird, dass es andere Quellen für Rohfasern gibt, und dass es inzwischen auch Kunden/Innen gibt, die Wert auf nachhaltig hergestellte Wolle legen, was für mich automatisch beide Aspekte -Rohstoffqualität/Umweltauswirkung als auch faire Arbeitsbedingungen für Schaf und Mensch sozusagen – beinhaltet und weshalb ich persönlich lieber von „grüner Wolle“ spreche statt nur von „veganer“, die speziell den Umweltaspekt bei den Pflanzenfasern zu sehr vernachlässigt. 

Und letztlich wünsche ich mir in diesem Sinne auch mehr KundInnen/StrickerInnen, die mal nachfragen und evtl. auch bereit sind, im Namen von Tier&Umwelt ein paar Euro mehr für ihre Wolle auszugeben, wenn sie dafür mit gutem Gewissen stricken können. Vielleicht hilft es auch an dieser Stelle, sich mal bewusst zu machen, dass man fast überall im Ausland ohnehin mehr für sein Wollknäul bezahlt, speziell EngländerInnen, AmerikanerInnen und auch Franzosen/Französinnen legen für einfache Industriewolle tw. mehr auf den Tisch als wir es für eine zertifizierte Wolle tun müssten. Und ich bin überzeugt, dass Hersteller und Händler wahrnehmen, wenn Fragen zum Produkt gestellt werden.

Denn es gibt Alternativen….leider etwas mühsam zusammenzusuchen, aber wenn man sich umschaut, findet man neben RosyGreen inzwischen immer mehr Händler, die zumindest zusätzlich bessere Wollqualitäten als die Standard-Industrie-Palette anbieten… auch denke ich, dass man auch unzertifizierte „Öko-/Naturwolle“, wie z.B. vom Finkhof oder aus dem Kd-Vielfalt-Shop, relativ bedenkenlos kaufen kann, denn die Einzelhändler aus dieser Szene haben selten eine Einstellung, die ihre mühsam artgerecht gehaltenen Schafe durchs Pestizidbad jagen lässt oder bei der Färbung giftige Chemiefarben einsetzt, um 2 Cent zu sparen. Schade ist nur der Mehraufwand, den man tatsächlich als Woll-und Faserkonsument betreiben muss, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Auch dafür gibt’s mittlerweile aber im Netz ein paar Hilfen, z.B. über Webseiten wie „Naturwolle“ (eine wunderbare Initiative der deutschen Bloggerin Dunkelbunt u.a.) oder grüne Seiten wie Utopia.de oder Umweltberatung.at aus Österreich (auch Stoffe), die beim Sortieren helfen. Auch Artikel in diversen Zeitschriften helfen weiter, ich verlinke Euch unten ein paar…und ganz toll finde ich neue shops wie „Wunderwolle“ oder „MaschenZumGlück„, die sich den Verkauf tierfreundlicher & nachhaltig produzierter Wolle explizit auf die Fahnen geschrieben haben.

Im letzten Jahr hatte ich selbst einige Firmen angeschrieben und antelefoniert, mit sehr gemischten Erfahrungen, die bei den großen Firmen auch mal in völliger Ignoranz meiner Anfrage gipfelten. Ich habe seitdem Wollfirmen/ -händler als leider für mich persönlich nicht mehr akzeptabel ausgemacht, weil mir nach meiner subjektiven Erfahrung hier inzwischen das Vertrauen fehlt:

– WolleRödel, Lana Grossa, SCM/Schachenmayr, Lang, Schulana, Junghanswolle, FischerWolle, Wollfactory, Gründl, Discounterwolle, Wollmeise

Mit Einschränkungen akzeptabel scheint mir: – Atelier Zitron, Drops, Isager, Noro, Madelinetosh, MaidenHair, DebbieBliss, Opal/Zwerger, Schoppel (bei allen bisher genannten die einzelne Wolle nachfragen), Ito, FairAlpaca, Malabrigo, Artesano

Zuletzt gekauft bzw. auf dem Einkaufszettel, in der Hoffnung, dass sie die Bezeichnung grüne Wolle verdienen, habe ich:

– RosyGreenWool, Wunderwolle, Pascuali, BlueFacedLeicester/Natural Dye Studio, Falkland-Merino/Zauberwiese, Bio-Seide/Bourettseide, z.B. von DyeForYarn, Frankengarn, Finkhofwolle, WerdenfelserLandwolle, SchafpatenWolle, Wolle der Kollektion-der-Vielfalt, Blackerdesigns (UK), Hema-wollversand, Die-Maschen-zum-Glück-Wolle (tw.), Natuerliche-Wolle.de, KauniWolle

Diese Liste ist natürlich unvollständig und rein subjektiv, bei neuen Erkenntnissen werde ich mich bemühen, sie zu aktualisieren und weiterzuführen. Aber vllt. hilft mein „Schrieb‘ „, zusammen mit den links auch anderen Strickerinnen oder NeuVeganern zu ein bisschen mehr Klarsicht, oder es lässt sich jmd. von Euch animieren bei den eigenen Wolldealern mal nachzufragen, was sie eigentlich zur Produktion ihres Angebots sagen können…und kleine Firmen und Handfärberinnen zu unterstützen, die sich um das Thema kümmern. 

Ich selbst möchte jedenfalls meine Kundenrechte zukünftig deutlicher wahrnehmen, statt mich blind und taub zu stellen…und meinen Stash in einen sauberen Stash verwandeln, denn wenn man weiß, was läuft, macht das Stricken mit möglicherweise blutiger, chemieverseuchter Wolle einfach keinen richtigen Spaß. Einziger kleiner Wermutstropfen aus meiner Sicht: Ausflüge in Wollgeschäfte und auf Wollfeste werden deutlich schwieriger, das muss ich zugeben. Und ein wichtiger Teil von Urlaub und auch schon mal von einer beruflichen Reise war inzwischen für mich, zu gucken, was es dort an lokalen Faser-Einkaufsmöglichkeiten gibt…das kann ich mir jetzt oft sparen, zumindestens in Deutschland, wo LanaGrossa und co. in vielen Läden vorherrschen. Aber es wäre natürlich ein sehr egoistischer Grund, deshalb anders zu handeln. Das Geld? Nein, das stört mich weniger. Natürlich, manche Strickerin hat vllt. nur ein sehr kleines Budget zur Verfügung, da wird es, zugegebenermaßen, etwas schwieriger….aber seien wir mal ehrlich: Viele von uns, mich eingeschlossen, haben in den lzt. Jahren einen Riesenstash angesammelt, den wir tw. gar nicht mehr verstricken können, und was mich angeht, hab ich früher das meiste Geld für Sonderangebote gelassen, die ich jetzt gar nicht mehr verstricken mag, da hätte man auch kleinere Mengen besserer Qualität dafür gekriegt. Nun geht es aber auch nicht drum sich selbst zu zerfleischen, shit happens, aber man kann’s ja zukünftig ändern und bewusster einkaufen, das ist dann für mich auch die schönste Art des Stashabbaus: „kleiner, aber feiner, vegan&grün„!

Interessante Artikel zum Thema: 

Keine Chemie im Schafspelz – Hier

Warum Schafe Schutz brauchen – Artikel im Focus-Hier & Selbstauskunft RosyGreenWool 

Zu Textillabels – Hier & Hier

Wollkauftipps von Animal Fair Hier….Ökotest-Artikel Hier & Hier mit Infos zur Superwashausrüstung

Merino-Naturwolle mit Tücken Hier

Peta – Hier (Vorsicht: Schockbilder)

Blogartikel – GuteWolle, WolleMitSeele, Difig-Wolle, Spinningcat

 

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36 Kommentare Gib deinen ab

  1. Katja sagt:

    Vielen Dank für den sehr interessanten und zum Nachdenken anregenden Artikel.
    Viele Grüße
    Katja

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  2. Micha sagt:

    Danke für deine ausführliche Recherche. Ich denke auch, dass sich viele Strickerinnen dem Thema erst so langsam annähern. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.
    LG, Micha

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  3. Anyusha sagt:

    Hat dies auf Naturwolle – Stricken mit gutem Gewissen! rebloggt und kommentierte:
    Danke für Deinen tollen Artikel, daher sehr gerne ein Repost auf unserem Blog!

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    1. strickspleen sagt:

      Ich danke Dir und Dunkelbunt für’s Verlinken, schön, dass Euch der Artikel gefällt. Sobald ich dazu komme, werde ich das Thema noch mit weiteren Infos ergänzen.

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  4. Fia sagt:

    Du hast so Recht!!!
    Auch als Nicht-Veganer finde ich es total wichtig, dass wir uns alle mal ein oder zwei Gedanken zur Herkunft unseres Werkstoffs machen. Auch die Gewinnung von Angorafell treibt dir entweder die Tränen in die Augen, oder das Mittagessen wieder hoch – oder beides.
    Ich habe vor kurzem selbst darüber gebloggt, warum ich trotzdem die Ausweichbewegung vieler umweltbewusster Stricker/innen aufs Acryl nicht nachvollziehen kann.
    Wenn wir uns soviel Mühe mit unseren Stricksachen machen, dann doch gerne noch etwas Zeit in die Recherche investiert, und ein wirklich gutes Gewissen beim Stricken.
    Schön dass man im Internet auch für jeden Spleen noch Gleichgesinnte findet 🙂

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    1. strickspleen sagt:

      Freue mich sehr, dass sich auch Nichtveganer mit dem Thema beschäftigen…um mich rum sind leider viel zu wenig StrickerInnen, und schon gar keine, die sich mit sowas beschäftigen wollen, da mache ich mich sehr oft unbeliebt;-)
      Ich danke Dir für deinen netten Kommentar!

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  5. Veronika sagt:

    toller Artikel…ich mag auch nicht mehr mit Gruselwolle stricken und bin auch bei Wunderwolle gelandet, obwohl mein Budget sehr begrenzt ist…:-) Ich bin weder Veganer noch Vegetarier, aber achte sehr darauf, was ich kaufe und wo ich es kaufe.
    Mit fehlt Tausenschön-Wolle in deiner Auflistung….kannst du dazu noch was sagen?

    lg Veronika

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    1. strickspleen sagt:

      Das finde ich toll, dass Du auch mit knapperem Budget darauf achtest, womit Du strickst…leider kaufen Viele dann lieber mehr Billigware.
      Spontan kann ich zu Tausendschön nix sagen, weil ich sie nicht angeschrieben hatte und auch nicht sicher bin, ob meine Kontakte/andere Bloggerinnen, mit denen ich mich ausgetauscht hatte, Kontakt hatten. Ich vermute, dass sie auch Zitronwolle benutzt, und dann kommt’s halt ganz drauf an, welches Garn es konkret ist. Aber ich werde mal nachfragen, und ich meine, das sollte man auch als Kunde tun, vllt. hast Du ja Lust, bei der nächsten Bestellung einfach mal nachzuhören, auf welcher Grundlage genau Deine Wolle gefärbt ist…danke für Deinen Kommentar und natürlich für Dein Engagement.
      Mit LG!

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  6. Super vielen vielen Dank für die tolle Recherche, klasse Artikel – und genau unser Anliegen von Naturwolle. Wir bringen auch immer gern Gastartikel und Ausküfte aller Art in dieser Richtung. Ich denke mit Lokal kaufen – wo man direkt auch mal kuckn gehen kann, is ein guter Weg oder so wie Du mal nachzufragen bei den herstellern. Das war auch so mit das Ziel von Naturwolle hier nach und nach die Infos zu den Herstellern zusammen zu tragen.

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  7. hildesernte sagt:

    Danke dir für diesen klasse Beitrag!
    Ich hoffe das immer mehr umdenken und lieber auf Quantitaet verzichten.
    Liebe Grüße
    Sandra

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  8. Gudrun sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel! Ich habe es auch schon eine Weile im Kopf und bin dabei, meinen Stash umzustellen auf „grüne“ Wolle. Danke für Deine Recherchen und die Liste, die werde ich jetzt bei meinen Wollkäufen berücksichtigen. Ich hoffe, dass immer mehr umdenken und nachhaltig handeln.
    Liebe Grüße, Gudrun

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    1. strickspleen sagt:

      Ja, das hoffe ich auch, denn sonst ändert sich auch nix. Durch die Skandale in der Textilbranche hat sich ja auch ein bisschen was getan, wenn auch nicht genug, nur sagen wir Konsumenten gar nichts, wird natürlich so weiter produziert, wie gehabt.
      Ich danke Euch Allen sehr für Eure Kommentare und Rückmeldungen auf Ravelry. Z.Zt. bekomme ich tgl. PNs von anderen Verbrauchern, aber auch von Wollhändlerinnen, die meine Erfahrungen bestätigen.

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    1. strickspleen sagt:

      Prima, ich freue mich einfach über jeden, der auf das Thema aufmerksam wird …oder aufmerksam macht, danke!

      Hab mir gerade vorgenommen, noch mehr zum Thema zu posten in Zukunft, mal zum Thema „Seide“ z.B., und die Liste der Wolldealer muss auch überarbeitet werden. Schließlich bin ich auch nur Privatkunde und wurschtele mich so durch, aber dank der Kommentare und einiger Verlinkungen wird das Wissen ums Thema immer mehr!
      LG!!!

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  9. Anja sagt:

    Ich hab Deinen Artikel gerade erst gelesen, weil Marisa vom Maschenfein-Blog ihn verlinkt hat.
    Vielen Dank für Deine Auflistung der Wollhändler, die man noch guten Gewissens besuchen kann. Dass ich von fairalpaka begeistert bin, weißt Du ja, aber Malabrigo wollte ich auch schon lange mal probieren und bin froh, dass es auch auf Deiner Positivliste gelandet ist. Was mir aber immer wieder über den Weg läuft und allerortens hoch gelobt wird (u.a. bei Marisa), ist Rowan. Hast Du Dich damit auch schon befasst?
    LG
    Anja
    P.S. Hab das Wrapped in leaves Tuch aus der Botanical knits aus fairalpaka gestrickt – ein TRAUM!!!

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    1. strickspleen sagt:

      Sorry, liebe Anja, dass ich jetzt erst antworte!
      Du fragst nach Rowan und ich kann nur sagen: Ich weiß es nicht.
      Ich bin nicht mehr sicher, denn wg. eines updates habe ich leider einige Anfragen und Rückantworten verloren, meine aber, dass Rowan so eine allgemeine Mail „wir bemühen uns um Nachhaltigkeit“ geschickt hatte, wenn denn überhaupt eine Reaktion kam. Das weiß ich einfach nicht mehr.
      Unabhängig davon kann aber jede/r mal die Eigenwerbung ansehen und hinterfragen:“ Die Premiumgarne von Rowan werden stets aus organischen, natürlichen Fasern hergestellt, wobei größten Wert darauf gelegt wird, diese unter nachhaltigen und gesellschaftlich fairen Bedingungen zu produzieren. Dabei wird nach REACH-Standard produziert…“ Klingt gut, aber ist „Reach“ eine Zertifizierung, mit GOTS-Siegel vergleichbar?
      Mitnichten. „REACH“ ist nichts anderes als die Abkürzung für die europäische Chemikalien-Verordnung, da fühle ich mich als Kunde fast vera…, wenn mir sowas wie ein Öko-Zertifikat dargestellt wird. Für mich persönlich spielt Rowan da mit dem Vertrauen der Kunden, und mir wären andere Angaben wichtig, so gerne ich alles glauben möchte. In jedem Fall ist Rowan Industriegarn, die Qualität ist erhaben, die Ökobilanz leider nicht ganz überzeugend. Wer hauptsächlich an den Tierschutz denkt, kann sie aber kaufen, denn die Fasern kommen definitiv aus Europa. Auch produziert wird in Europa, leider ausgerechnet in Italien und Rumänien, die beiden Länder, die besonders oft wg. Umweltschweinereinen und gefälschten Bio-Angaben auffallen. Deshalb bin ich ganz persönlich skeptisch und kaufe Rowan eher nicht mehr. Vllt. ist aber alles sauber und mein Misstrauen unbegründet…

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      1. Anja sagt:

        Liebe Elke,
        vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Ich habe ein einziges Rowan-Garn hier liegen und da steht tatsächlich „Made in Romania“ drauf. Das hat mich ehrlich gesagt auch schon stutzig gemacht, denn selbst wenn das jetzt nicht Australien ist, aber für eine Firma, die explizit immer mit diesem „british“ wirbt, was ja irgendwie schon den Eindruck erweckt, die Wolle käme von den Inseln, dann ja doch irgendwie schräg. Also soviel zum Thema Vertrauen…
        Natürlich ist mir unabhängig vom Tierschutz trotzdem auch wichtig, wie die Wolle ansonsten so behandelt wurde. Chemie will ich da auch nicht drinhaben! Aber für mich ist Rowan nach der Erfahrung dieses einen Garnes (pure wool aran) auch echt entbehrlich: Ich hab die Wolle online bestellt und es ist ein Merino-Garn, aber dafür nicht so besonders weich und ich merk, dass ich auch nicht so der Merino-Fan bin. Vielleicht probier ich mal Malabrigo und werd doch noch überzeugt. Aber bis jetzt komme ich echt immer wieder auf Alpaka zurück. Und da gibt es ja bei Drops und fairalpaka reiche Auswahl 😉
        LG
        Anja

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    2. strickspleen sagt:

      Fast vergessen: Glückwunsch zu Deinem schönen Tuch!

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      1. Anja sagt:

        Danke, ich liebe es echt 😉 Kannst es Dir gern mal bei ravelry anschauen. Da bin ich als bahndammampfer unterwegs. Allerdings kann ich besser stricken als Fotos machen… Und da ich mich erst seit kurzer Zeit intensiver mit ravelry beschäftige, hab ich auch noch nicht alle meine Projekte fotografiert. Gerade bei den Jacken scheue ich mich grad, weil ich, wenn ich das jetzt nachhole, auf allen mit Babybauch drauf bin. Und dauerschwanger bin ich ja nun nicht ;-)))))
        LG
        Anja

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  10. Ich bin ebenfalls durch die Erwähnung auf maschenfein zu diesem Beitrag gekommen, wenn auch ich dein Blog bereits vor einigen Tagen entdeckte.

    Zunächst danke ich dir für diesen Artikel, der eine große Problematik anspricht. Dann finde ich auch deine Ehrlichkeit bzgl. der Wollanbieter bewundernswert, da sind ja durchaus etablierte Hersteller dabei. Worin siehst du die Problematik bei fairalpaka? In fehlender Transparenz? (Die Frage ist absolut ernst gemeint, in meiner Naivität ist mir das momentan nicht klar. Sicher, der Name an sich suggeriert ja bereits „grüne Garne“. Das dem nicht immer zu trauen ist, sollte klar sein.)

    Um ehrlich zu sein, mir geistert das Thema ebenfalls seit einigen Monaten im Kopf herum. Ich lebe vegetarisch, verwende jedoch tierische Wolle. Warum das für mich klar geht, kann ich noch nicht formulieren. Zu wenig habe ich mich bisher damit auseinander gesetzt. Aber auch der Konsum grüner Wolle wird für mich mehr und mehr zum Thema. Warum achte ich penibel darauf, woher ich meine Lebensmittel beziehe, kaufe Wolle aber ohne Sinn und Verstand? (Nun gut, australische Merino vermeide ich.) Eigentlich arbeite ich gerne mit Garnen von Drops, aber auch da stellt sich mir die Frage, wie diese Preise auch abseits von Massenware und wenig Werbung zustande kommen können? Das regt wiederum zum Nachdenken an. Das nächste „Aber…“-Argument ist das kleine Budget. Trotzdem gebe ich davon, wie bereits erwähnt, gerne einen größeren Batzen für Nahrung aus – warum dann nicht für Textiles?

    Ja, und so umtreiben mich Gedanken und Gewissensbisse und das Eingeständnis, dass ich zu bequem bin, um mich in jeglichem Konsum gemäß meinem ethischen Kodex zu verhalten. Mir darüber bewusst zu werden und auf Alternativen hinzuarbeiten, ist für mich jedoch ein akzeptabler erster Schritt.

    Liebe Grüße,

    Mona

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    1. strickspleen sagt:

      Hallo Mona, freue mich sehr, dass Du mein blog entdeckt hast und über Deinen Kommentar! Und gleich „Entschuldigung!“ dass ich jetzt erst antworte, aber ich hatte einfach keine Muße diese Woche.

      Du fragst konkret nach Drops und FairAlpaka: Kern des Ganzen ist, dass die wenigsten Wollfirmen Siegel und Zertifizierungen haben, was die Beurteilung erschwert, dabei aber nicht immer was Schlechtes heißen muss, denn auch die Qualität von Siegeln ist sehr unterschiedlich und manche Fa. hat nur kein Siegel, weil die verdammt teuer sind.

      Drops ist eine große Firma mit großen Umsätzen, skandinavisch traditionell und laut Werbung an nachhaltiger Produktion interessiert und beteiligt, hat aber kein Siegel (warum?) und macht selbst bzgl. bestimmter Wollqualitäten auf Nachfrage Einschränkungen. Grob gesagt: Ich persönlich halte für glaubhaft, dass sie Mulesing ausschließen können, inwieweit die einzelen Garne aber wie verarbeitet sind, bedarf der konkreten Nachfrage des Käufers und Belege gibt es dafür nicht, es ist quasi wie mit dem „Metzger des Vertrauens“: für Viele auch der Metzger um die Ecke, weil sie ihn kennen, was aber m.E.leider nicht heißt, dass er wirklich noch selber schlachtet. Ich kann Drops definitiv nicht beurteilen, denke nur, dass man Mulesing wohl ausschließen kann, womit es „vegane Wolle“ wäre…. was den Umweltaspekt angeht, würde ich mir mehr Transparenz und Informationen wünschen, skandinavische Firmen sind traditionell umweltbewusst, aber genau, die Preise machen da schon skeptisch.

      FairAlpaka ist eine kleine Firma, die in Südamerika produziert, was wegen des Transports ökologisch natürlich ungut ist, alles andere aber scheint halbwegs okay zu sein. Kein Mulesing, kleine Produktionen bei der Weiterverarbeitung, sozialer Gedanke, (hoffentlich) faire Löhne… letzteres kann man nämlich nicht wirklich kontrollieren, ich persönlich halte es aber für glaubhaft, es sei denn, die ganze Firmengeschichte sei erlogen und auch die persönlichen Kontakte, die über die Ravelrygruppe z.B. jedem Kunden immerhin möglich sind (positiv) wären auch völlig verlogen. Und: sie haben sogar ein Siegel! Leider aber nur ÖkoTex100, was nicht viel besagt. Besser als nix vielleicht, aber auch hier habe ich streng genommen nur einen „Metzger des Vertrauens“, wobei mein persönliches Vertrauen da ist, aber ich könnte mich auch irren, verstehst du?
      Ich finde FairAlpaka grundsätzlich gut, aber noch optimierbar, und habe mich eigentlich nur gewundert, dass in der Ravelrygruppe nie jemand wegen der Nachhaltigkeit gefragt hat. Jedenfalls ist es mir nicht aufgefallen, und das wäre doch bei diesem werbewirksamen Firmennamen eigentlich sehr naheliegend.

      Gewissensbisse sind übrigens aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang nicht gut und nicht nötig, immerhin setzt Du Dich ja mit dem Thema auseinander, und man sollte auch keine Religion draus machen, nach dem Motto „Ich bin die Beste, weil ich an jeder Wolle was auszusetzen habe und noch was Bedenkliches finde, also halte ich jetzt ein Schaf in der Mietwohnung“;-) Dafür ist der Markt für die Kunden zu undurchschaubar und die Freude am Hobby sollte sich niemand nehmen lassen. Ich bin mir aber sicher, dass wir mit der Zeit gemeinsam die Spreu vom Weizen getrennt und bestmögliche Qualität kriegen, wenn wir als Kunden danach fragen und nicht einfach alles nehmen, nur weil es so schön bunt gefärbt ist. Und wer sich der Realität rund ums Schaf stellt, der kommt dann auch langfristig zu anderem Einkaufsverhalten. Das geht quasi automatisch;-)
      Freue mich auf weitere Besuche und vllt. Kommentare von Dir, mit LG!

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  11. Anke sagt:

    Huhu, ja der Markt ist leider immer noch nicht sensibilisiert. Ich als Handfärberin kaufe meine Wolle zum Färben entweder beim Finkhof oder, da für viele KundInnen diese Qualität zu grob ist, bei Wollknoll. Die Betreiberin ist sehr freundlich und transparent, gibt über Herkunft der Fasern geduldig Auskunft. So kommt deren Schurwolle aus Südamerika. Das ist zwar ökologisch immer noch diskutabel, aber Mulesing kann ausgeschlossen werden, was für mich die absolute Priorität ist.

    So kann ich als Handfärberin immer noch verträgliche Preise veranschlagen und dennoch meinen Prinzipien treu bleiben.

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    1. strickspleen sagt:

      Oh ja, happy weaving zurück…es macht sooooo Spaß!!!
      Mit Grüßen!

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    2. strickspleen sagt:

      Ja, so sehe ich das auch, ein bisschen in verschiedenen Regalen: wegen des Tierschutzes kaufe ich in Südamerika, ökologisch sollte ich noch ein paar Gedanken mehr dazutun…mit Finkhofwolle habe ich gerade auch die Erfahrung gemacht, dass echtes Schaf anders ist als chemiegespülte Merino, klar, aber man kann sie auch anders verwenden, in meinem Fall zum Weben z.B., da ist das erwünscht für mein geplantes Projekt. Und zum Glück ist die Auswahl größer als man im ersten Moment denkt, man muss nur ein bisschen suchen und ausprobieren – bei letzerem lernt man übrigens viel über Wolle und Fasern dazu, was Strickern wohl nie schadet. Und ich freue mich über Jede/n, der von Verkäuferseite bemüht ist, auch Alternativen anzubieten. Mir ist bei meiner Recherche durchaus klar geworden, wie schwer das sein muss, erst Recht, wenn man auch noch das Preisniveau im Kopf hat. An alle Käufer kann ich nur appellieren: Denkt nicht immer nur an den Preis, im Vergleich zum Ausland zahlen wir in Deutschland immer noch wenig für unser Hobby. Und gerade Handfärberinnen gehen am ehesten auf Kundenwünsche ein. Dafür, und für ökologisch gute Qualität zahle ich gern auch mal mehr.

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  12. Spaetzin sagt:

    Das ist ein sehr guter Artikel. eine kleine Kritik muss ich aber dennoch loswerden: Seide (bis auf Bouretteseide bzw. die Sorten, die aus den Kokonrückständen gewonnen werden) wird dadurch gewonnen, dass Tiere in kochendes Wasser geworfen und dadurch getötet werden. Es sind zwar Insekten und dadurch weniger empfindungsfähig als Schafe, v.a. auch wohl nicht fähig, Angst zu empfinden, aber trotzdem muss man auch darüber nachdenken.
    Wenn man, wie ich, der Meinung ist, dass man Tiere durchaus halten darf, aber so gut wie möglich Leid (einschließlich Angst) von ihnen fernhalten soll, dann sind die genannten Wollsorten eine tolle Alternative. Rosy Green Wool z.B. ist eine Marke, die wirklich genau schaut, wie mit den Tieren umgegangen wird.

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    1. strickspleen sagt:

      Hallo Spätzin, danke für Deinen interessanten Kommentar, obgleich ich mich leider missverstanden fühle, denn ich kann mich ehrlich nicht erinnern, die Seidenproduktion ausgenommen zu haben, weil es Insekten sind, das muss ein Missverständnis sein.
      Genau wie Du schreibst, muss man gucken, welche Seidensorte man vor sich hat, aber „Bouretteseide“ oder „Ökoseide“ allein löst meine Probleme z.B. nicht. Ökoseide sagt nur, dass die Maulbeerbäume, also das Futter, nicht gespritzt werden, zur Tötungsmethode sagt es nichts, oder z.B. auch Bouretteseide wird u.U. industriell gewonnen und seltenst bzgl. der weiteren Verarbeitung zertifiziert.
      Dabei ist es mit dem Rohstoff aus Umweltsicht hier genauso nicht getan wie z.B. bei der Baumwolle. Gerade auch bei der Seide muss man, fürchte ich, genau hinsehen, welche Chemikalien bei der Veredelung, etwa dem Färben, zum Einsatz kommen. Seide enthält das Protein Sericin, was das Färben sehr erschwert. In der industriellen Seidenproduktion wird das Sericin natürlich mit Chemikalien entfernt. Auch kommen oft Bleichmittel und Chemikalien zur funktionellen Behandlung (Flammschutz erhöhen, Seide wasserabweisend machen etc.) von Seide zum Einsatz. Da es im Bereich „Wolle aus/mit Seide“ kaum genauere Bezeichnungen, geschweige denn Siegel gibt, finde ich es sehr undurchschaubar und kann theoretisch höchstens „pflanzengefärbte Ahimsa-Seide“(grob gesagt für Mitleser: buddhistische Wildseide) kaufen, die ist mir aber in Wollform noch nicht begegnet.
      Du hast also sehr recht mit Deiner Kritik, Seide ist „schwierig“, die übliche Seidenproduktion ein Skandal, …
      wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mal zusammenschreiben, was ich so gelesen habe, denn gerade im Moment scheinen mir Seidenmischungen viel gekauft zu werden, leider ohne Überlegung oder auch einfach sehr ahnungslos.
      Mal sehn…schöne Grüße …und wenn es konkrete Kaufempfehlungen gibt: immer her damit!
      Elke

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  13. Helga Schneider sagt:

    Danke für die zahlreichen Infos, ich suche auch schon seit langem Wolle, die ich mit gutem Gewissen als Vegetarierin (mit Tendenz zu Veganerin 😉 ) verstricken kann. Meine Ergebnisse sind ähnlich – Rosy Greenwool, zertifiziert und richtig teuer, alles andere ist für mich sehr schwierig einzuschätzen …
    Nur noch eine kurze Anmerkung – Seide ist für dich wirklich ok???
    LG Helga

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  14. Nora sagt:

    Vielen lieben Dank für die ganze Mühe, die in dem Artikel steckt. Ich durchwühle derzeit auch das Internet nach unblutiger Wolle und freue mich total über Deine Auflistung!

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  15. Pimpienella sagt:

    Huhu, vielen Dank für die Infos und die vielen Shops. Ich selbst bin auch gerade auf der Suche nach „fairer“ Wolle, darauf gekommen bin ich durch das Crowedfunding-Projekt Schaf und Schäfer http://www.schafundschaefer.de/ ich selbst stricke noch mit Wolle von z.B. Lana Grossa aber ich werde diese Vorräte nun aufbrauchen und auf „fairer“ Wolle umsteigen. Klar der Preis schreckt einen zunächst erst ab aber es gibt dafür Lösungen, dünneres Garn und aufwendigere Muster das ist schöner und zeitaufwendiger und auch noch mit einem guten Gewissen 🙂

    Wenn du mir es erlaubst werde ich deinen Beitrag in einem meiner nächsten Blogbeiträge mit einbinden.

    Viele Grüße
    Angelina

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    1. strickspleen sagt:

      Hallo Angelina, danke Dir für Deinen netten Kommentar und Du darfst gerne alles verlinken, freue mich über Alle, die sich mit dem Thema beschäftigen.

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  16. Neidl Angela sagt:

    Hallo, habe grade deinen sehr tollen Beitrag gefunden und gelesen. Beschäftigt mich schon eine ganze Weile und ich habe festgestellt, dass es wirklich nicht so einfach ist. Dein Artikel hilft auf jeden Fall schon mal weiter. Noch eine Frage, wie sieht es mit diesen neuen Bambusgarnen aus? Hast du da irgendwelche Infos?
    Und du hast sehr recht mit dieser Sammelwut, hier ein Schnäppchen da ein Schnäppchen, wo man meistens noch gar nicht weiß für was es sein soll. Die sinnvolle Lösung wäre doch erstmal zu überlegen was man stricken oder häkeln will und dann die entsprechende Wolle zu besorgen. Auf jeden Fall Danke für die tolle Arbeit. Liebe Grüße Angela

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    1. strickspleen sagt:

      Hallo, liebe Angela,
      schön, dass Du mit meinem Artikel was anfangen kannst – ich bin ja selbst immer noch auf dem Weg/der Suche, nehme dabei zum Glück wahr, dass sich das Angebot stark erweitert hat und sogar etablierte Firmen zunehmend aus Südamerika odee Südafrika beziehen, zumindest „Ökolinien“ rausbringen oder recyclen, alles schon mal Schritte in die richtige Richtung.
      Was Bambus angeht, kann ich leider keine differenzierte Antwort geben, denn auch wenn es vegan ist, begeistert es mich weniger als Fasern vom Tier, das ist mein persönliches „Problem“, dass mir Schafwolle immer noch die liebste ist und ich mich deshalb mit den verschiedenen Bambusgarnen, die in lzt. Zeit auf den Markt kamen, nicht wirklich auskenne.

      Unterscheiden muss man schon mal, ob es chemisch hergestellte Bambusfaser oder gesponnenes Bambus ist, lzt. ist i.d.R. im Rahmen nachhaltiger Produktion hergestellt, chemisches Bambus wäre m.E. vglbar kritisch wie Viskose – bei Billigbambus also aufpassen und möglichst recherchieren, wie die Bambusfaser produziert wurde.
      Reines Bambus habe ich ausprobiert und finde, es leiert schlimmer wie Baumwolle, Mischungen mit Bambusfaser sind da besser und auch ökologisch vertretbar zu bekommen, z.B. von Pascuali oder Mirasol, um nur Bsp.e zu nennen.
      Das vegane Tencel von vegarn.eu macht Werbung, sorgfältig gesponnen zu sein und soll entsprechend nicht so leiern, rundum klingt alles gut (fair produziert etc.), aber, obwohl diese Fa. so nett war mir schon Probegarn anzubieten, habe ich es leider selbst noch nicht ausprobiert – weil mir übrigens sehr wichtig ist, völlig unabhängig und komplett subjektiv zu urteilen, denn nur dann können Andere mit meinen Erfahrungen was anfangen. Ich kaufe alle Garne also selbst und deshalb kann ich leider nicht Alle testen. Aber ich hoffe bald mal Zeit für ein update meines Artikels zu finden, denn ein paar weitere Wollfirmen/Garne habe ich inzwischen entdeckt, getestet & tw.auch für gut befunden…dazu will ich mir unbedingt bald Zeit nehmen.
      Danke, dass Du kommentiert hast, freue mich auch immer wieder, wenn sich andere StrickerInnen für das Thema stark machen.

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  17. Pia sagt:

    Ich habe schon lange nach Infos zum Thema tierfreundliche Wolle gesucht und bin immer wieder verzweifelt, weil es so wenig dazu gibt. Es wundert mich, dass das scheinbar so wenige Leute interessiert. Ich ernähre mich auch vegan und bin begeisterte Strickerin und bin der Meinung, dass Wolle, die unter fairen Bedingungen für alle Beteiligten, inklusive Tiere, geben kann. Vielen Dank für deinen ausführlichen Post und deine Überlegungen dazu!

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