Was Interessantes zum Thema „vegane“ Kleidung&Wolle

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Mich beschäftigt seit längerem die immer wieder zu lesende Behauptung, dass Textilien aus tierischen Fasern eine bessere Ökobilanz hätten als Kunstfasern oder auch Fasern pflanzlichen Ursprungs. 

Die Produktion von Leder zeigt aber beispielhaft, dass auch Tierfaser-Produkte durchaus aus ökologischen Gesichtspunkten bedenklich sind: Für die Aufzucht der Tiere und die anschließende Lederherstellung wird sehr viel Wasser benötigt (, genau wie übrigens auch im Baumwollanbau). Außerdem gelangen durch die Gerbung Schadstoffe in die Umwelt….von der Massentierhaltung, die die Lederproduktion erst richtig in Schwung bringt, ganz abgesehen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Skala, die das niederländische Beratungsunternehmen MADE-BY entwickelt hat, wonach z.B. Stoffe nach vergleichbaren Kriterien (Energie-, Wasser- und Landnutzung, Giftigkeit, Treibhausemmissionen) analysiert und in fünf Klassen einordnet wurden. Hiernach schneiden allerdings Kunst- und Pflanzenfasern in der Gesamtbilanz generell besser ab als die Rohfasern/Materialien vom Tier.

Alleine recycelte Wolle schafft es in die erste Klasse, Schurwolle taucht erst in der schlechten fünften Klasse auf. Schade nur, dass es hier mehr um Textiles ging, Garne wie Alpaca oder Mohair blieben unklassifiziert. Dennoch interessant, dass die eingangs genannte Behauptung damit hinfällig sein dürfte.

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. tini sagt:

    Spannend, vor allem die zu Grunde liegenden Annahmen und Wertungen. Giftige für die Umwelt werden nur mit 13, 33% Gewichtung angesetzt und mit dem gleichen Faktor „Ausbeute in kg pro ha“. Ich muss mir das mal am großen Bildschirm durchlesen. Das mit dem zugeführten Wasser muss ich auch genauer lesen.

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  2. tini sagt:

    Ich nochmal:
    Ich hab mir das nochmal angeguckt. Die bewerten also nur die reine Faserherstellung ohne s“pinning,
    fabric manufacturing, dyeing and finishing, garment making, distribution, the use phase or end of life nor material“.
    Also ist das Färben von Baumwolle oder Kunstfasern nicht enthalten. Interessant. Vor allem wenn es um die Giftigkeit von Fasern für den Menschen und die Umwelt geht. Davon mal abgesehen, dass Baumwolle ordentlich gespritzt wird, wird also der Färbeprozess und damit der größte Parameter hier gar nicht berücksichtigt.
    Das “ It is assumed that synthetic fibres have a minimal impact on land use.“ finde ich auch irgendwie nachdenkenswert.
    Ich frage mich auch, warum Wolle beim Energielevel wg. des scouring so schlecht abschneidet und dafür Baumwolle, wo diese harten Teile chemisch aufgelöst bzw. mechanisch werden nicht?
    Ich finde die Benchmark sehr interessant, denke aber, dass da nicht alle Faktoren, einbezogen werden, die m.M. nach hätten einbezogen werden müssen (siehe Färbeprozess: können tierische Pflanzen leichter/weniger toxisch gefärbt werden wie pflanzliche oder petrochemisch hergestellte)

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    1. strickspleen sagt:

      Interessant! Ja, die Färberei ist echt ein Riesenproblem …Ich hatte übrigens nicht die Firmenaussagen zur Grundlage, sondern deutsche Übersetzungen von Berichten darüber …aber Du hast das gut durchforstet und Deine Bedenken sind mir nur recht.
      Es geht ja auch hauptsächlich drum mal zu zeigen, wie komplex die Berichte und wie unterschiedlich die Aussagen zu dem Bereich sind. Ich wollte mir nicht nachsagen lassen…nach meinem größeren Bericht zu grüner Wolle neulich, wo ich ja gesagt hatte, pflanzliche Fasern seien für mich nicht automatisch eine gute Alternative… dass ich Daten, die nicht in mein Schema passen, ignoriere;-)

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