Was bedeutet eigentlich superwash?

…vor allem für die Umwelt? Ist superwash einfach nur eine praktische Erfindung, die sich kein Stricker/in entgehen lassen sollte, oder sollte man auch hier mal nachdenken, was dieses Verfahren genau bewirkt, ob es Unterschiede gibt, auf die ich beim Konsum achten sollte, und, ob es nicht sinnvoll ist zumindest genau auszuwählen, wann es superwash braucht (z.B. bei der Wandersocke) und wann vllt. nicht (Muss das Tuch oder der Pulli aus Sockenwolle superwash sein?)

Dazu möchte an dieser Stelle als Erstes mal auf den sehr hörenswerten Podcast “Fiberthermometer” hinweisen, der aktuell zu meinen absoluten Lieblingspodcasts gehört, und in dem man in Folge #07 Interessantes über das Superwashverfahren erfährt, inklusive Hinweisen zu den Öko-Siegeln im Textilbereich…hört doch mal rein!
In Kurzform: Das übliche „Superwash“-Verfahren benötigt pro Tonne Wolle etwa eine halbe Tonne Chemikalien, darunter auch viele Chlore, sowie 17.000 Liter Abwasser. Ein Großteil der weltweit verkauften Wolle wird in Ländern behandelt, in denen es vorkommen kann, dass aus Chlor entstehende Dioxine die ArbeiterInnen und Umwelt vergiften. 

Die Filzfrei-Ausrüstung soll das Filzen von Wolle verhindern, übrigens auch bei Textilien. Das Etikett zeigt an „Superwash“. Erreicht wird dies mit dem Einsatz von Chlorlösung, Polyamid-Epichlorhydrinharz und Enzymen. Durch die Polyamid-Harze werden krebserregende Dichlorpropanole (DCP) freigesetzt. Kritiker nennen Superwash-ausgerüstete Wolle auch „Kunstfasern mit einem Kern aus 100 Prozent Wolle„;-)

Ökotest berichtete: „Umstrittene halogenorganische Verbindungen sind in fast jeder Wolle enthalten. Nur in der Finkhof-Wolle (Anmerkg.Verfasserin: das ist nur ein Beispiel aus diesem Test) stecken keine halogenorganischen Verbindungen. Diese kommen wahrscheinlich mit der „maschinenwaschbar“- oder „Superwash“-Ausrüstung in die Wolle.“ (Testbericht s.unten)

Und hier noch ein paar lesenswerte Artikel zum Thema:

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Hercosett
http://www.alpenverein.de/chameleon/public/1691def5-a3f3-8e54-bfe9-6d67ca08ba6a/Panorama-52012-Tipps-Technik-Nachhaltige-Fasern-pdf-_20103.pdf
http://www.medizinfo.de/hautundhaar/kleidung/veredelung.htm

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=99711&bernr=10

http://www.chids.de/dachs/expvortr/426Wolle_Strassheim_Scan.pdf

http://schrotundkorn.de/lebenumwelt/lesen/sk9910o3.html

http://www.ksta.de/wissen/das-schaf-mit-natuerlichem-einlaufschutz,15938544,14236596.html

…und noch ein Artikel mit „Gebrauchstest“ von einer anderen Bloggerin zur GOTSzertifizierten RosyGreenWool, den hab ich selbst noch nicht gelesen, aber interessant…hier

Alternativen sind noch rar, aber wenn sich viele StrickerInnen beteiligen und diese nachfragen, wird sich das ändern, alternative Verfahren sind da, werden nur noch zu selten angewendet.

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