Strickzeitschriften- die neue VERENA Stricken

Immer wieder beschäftigt mich die Frage, ob es sich noch lohnt Strickzeitschriften zu kaufen oder nicht. Und immer wieder finde ich keine Antwort darauf. 

Früher war es mein Größtes mich ins nächste Geschäft zu stürzen, notfalls auch zwischen zwei Terminen im Parkverbot stehend, Hauptsache die druckfrische XY in die Hände bekommen und mich auf einen gemütlichen Schmökerabend freuen! Letztlich währte diese Freude nur kurz, denn mit steigenden Strickkenntnissen wuchsen auch die Ansprüche…und die Modelle entsprachen plötzlich immer seltener meinen Vorstellungen. Inzwischen habe ich außer dem Verena-Abo alle regelmäßigen Bezüge gekündigt, denn was mir früher sehr attraktiv erschien – als eine der Ersten die Neu-Ausgaben der Saison in Händen halten – wurde immer weniger verlockend, spätestens mit der Entdeckung von Pattern-Quellen wie http://www.ravelry.com oder auch brooklyntweed & twistcollective.com sowieso. Auch die Verena bekomme ich nur noch, weil ich vergessen habe sie abzubestellen, und so halte ich heute die neue Herbstausgabe 2015 in Händen:

 
Und frage mich zum x-ten Mal, ob ich sie nicht endlich auch abbestellen soll. Allein das Titel-Modell, beschrieben als „stylisch mit modischen Cut-outs“ ist für mich ein klarer Fall von „No go“, denn wer trägt so einen dicken kastigen Pullover gerne mit zusätzlich wärmendem Darunter, was aber wohl nötig wäre, wenn man nicht frieren will…von anderen möglichen Missverständnissen ganz abgesehen. Und so weiß ich wieder nicht, ob es in diesem Heft überhaupt etwas gibt, was ich je nachstricken wollen würde…kleiner Auszug:

  
Ganz im Gegensatz zu Internetplatformen wie ravelry, wo mir bei jedem Blick hinein mindestens zwei bis fünf Anleitungen auffallen, die ich unbedingt irgendwann mal nachstricken muss! Während ich hier zweifele, dosiere ich sogar dort die Besuche der Patternseite wohlüberlegt, damit es nicht zu viele Verlockungen werden;-)

Vielleicht bin ich aber auch ungerecht, immerhin gibt es, abgesehen von den „Löchern“, schon ein paar nette Zöpfe im Heft…das graue „Cut-out“-Modell oben würde bei mir auch nicht ganz in Ungnade fallen, immerhin wäre es luftig genug, um was drunterzuziehen, und gestrickte Hosen&leggings sieht man gerade überall – auch wenn ich mir mit Sicherheit keine stricken werde, ist das jedenfalls mal Trend. Auch die Idee einen Wandbehang zu stricken statt zu weben, hat schon was, zumal ich interessant finde, dass er fast gewebt wirkt! Es gab schon schlimmere Hefte! 

Ja, gerecht bin ich wohl gerade nicht…und eigentlich schon auch froh, dass es überhaupt noch Strickzeitschriften gibt. In jedem Fall vermisse ich das Papierknistern beim Kuscheln auf dem Sofa…denn das gibt mein Ipad nun nicht her, schade irgendwie.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stricktanz sagt:

    Ja, schöner Gedankengang, was das pro und con eines Strickheftes angeht… Stimmt total, schön beschrieben.
    Bei mir gewinnt eigentlich immer Ravelry, aber fast jede Regel hat ja auch eine Ausnahme… Von daher, wenn das Magazin einem zusagt, dann her damit und schön auf der Couch gekuschelt darin geknistert, hihi.

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