Warum ich samstags Bäckereien finde…

und deshalb nicht stricken kann: es geht darum, dass ich in der Ernährungsbranche „meine eigenen Brötchen verdiene“ und deshalb schon lange weiß, wie schlecht das hochgelobte deutsche Brot in den letzten Jahren geworden ist…grundsätzlich backe ich deshalb mein Brot schon seit Jahren entweder selber oder kaufe beim Biobäcker (was in Mainz so ziemlich „Kaiser“heißt im Grunde)…gutes, „lebendiges“ Brot mit minimalem Gesundheitswert zu bekommen, wird in Stadt & Umgebung immer schwieriger, „Backfactory“ heißen die Branchen-Gewinner, und ich persönlich rede auch schonmal von der „Lüninisierung der Region“ und der „Wernerisierung“ von Mainz – Anwohner wissen, wovon ich gerade spreche! Und kaufen in Massen ihr Brot und die beliebten „Meenzer“- Brötchen dort und denken sich nicht(s) dabei, dass sie nur vorgefertigte Backmischungen und Teiglinge erstehen, die vor allem auf schnelles Aufbacken „gezüchtet“ sind, sich mit dem alten Handwerk und der Gesundheit der Verbraucher weniger beschäftigen und entsprechend viele nette Backhilfen und andere Zusatzstoffe enthalten…nein danke. 

Deshalb bin ich immer froh, noch Leute zu finden, die ihr Handwerk als solches verstehen und sich gg. den furchtbaren Industrialisierungstrend zur Wehr setzen…bei vollem finanziellen Risiko sicherlich, ich war selbst lange selbstständig und kann mir da Einiges zusammenrechnen. Und seit heute auch gerne versichern, dass dieses Brot nicht nur seinen Namen verdient (im Gegensatz zu vielen sogenannten „Bäckereiwaren“, die eigentlich längst genormte Industrieprodukte mit etlichen Chemikalien sind), sondern auch wirklich gut schmeckt! Ich rede von der Holzofenbäckerei Förster in Hahnheim bei Mainz, die da ein gutes Beispiel gibt – nachzulesen auch hier in der Stuz und auf der ARDSeite mit kleinem Video über den Bäckermeister Förster. Adresse unter „Mein Mainz

 

     

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stricktanz sagt:

    Richtig toll! Das ist ECHTES Brot! 🙂 Vielen Dank für den Blogpost. Wünschte die Bäckerei wäre um die Ecke.

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    1. strickspleen sagt:

      In den USA ist es natürlich noch schwieriger gute Bäcker zu finden, die z.B. nicht nur Weizen verbacken, stelle ich mir vor. Aber manchmal muss man einfach mal wieder auf Suche gehen…ich habe gestern Geschäfte in Mainz entdeckt, die durchaus auch schon länger da sind, die ich aber einfach nicht kannte, weil sie etwas abseits der üblichen Pfade lagen…leider allerdings auch mehrere kleine Läden, u.a. ein Wolladen, die schon wieder geschlossen sind, schade…aber man soll die Hoffnung nie aufgeben;-)
      Viele viele Grüße, E.

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      1. Stricktanz sagt:

        Du hast so recht, man muss immer wieder mal schauen – man kann so oft wieder was neues entdecken, auch wenn man das Gefühl hat, dass man die eigene Stadt schon kennt.

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  2. Lydia sagt:

    Wenn ich sowas lese oder höre bin ich immer wieder froh und dankbar über unseren Bäcker hier im Ort. Da kann es zwar schon mal sein, dass ich unter der Woche nachmittags um Fünf keine Semmel (ich rede von Brötchen, für alle die keine Semmeln kenne) mehr bekomme, oder das er Samstag um acht ausverkauft ist, aber er produziert eben nicht um es dann wegzuwerfen, sonder er macht gute Produkte, die nach alten Rezepten gebacken werden und wer einmal eine „richtige“ Semmel gegessen hat, der lässt freiwillig die Finger von dem Industriezeug.
    Danke für diesen Post liebe Elke und einen schönen Sonntag
    Liebe Grüße Lydia 🙂

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    1. strickspleen sagt:

      Hallo liebe Lydia…ja, echt, da kannst du froh sein, solche Bäcker werden immer seltener. Ich hatte, als ich vor 10 Jahren noch ländlicher lebte, auch noch so ein Familienunternehmen im Ort, aber in den Nachbarorten machten damals schon die kleinen Bäckereien reihenweise zu. Inzwischen hat „mein“ Bäcker dort auch dichtgemacht, hab ich gehört, klar, es finden sich keine Nachfolger mehr in der jungen Generation, die den harten Kampf und die schlechten Arbeitsbedingungen auf sich nehmen wollen&können. Wir Verbraucher müssten aber auch echt bereit sein, die zu unterstützen, deshalb hab‘ ich mal „themenfremd“ dazu gebloggt, denn wenn es nur noch darum geht, wo das Brötchen noch nen Cent billiger zu kriegen ist, dann können die nicht existieren und dann gibts am Ende nur noch Industriefraß. Dabei ist dieser Bäcker hier nicht mal auffällig teurer – während bei den Kettenbäckern die Brote immer kleiner werden, kriegt man hier noch was, aus dem man ein normales Butterbrot schneiden kann…und das Ambiente ist auch noch nett: Es riecht gut und nicht übertrieben nach Aromen, die Bäckerei ist in einem alten Bahnhof untergebracht. Leider hat sie keine HP mit Bildern, und geistesgegenwärtig, wie ich manchmal bin, hab‘ ich nicht dran gedacht, Fotos zu machen. Sollte ich beim nächsten Besuch mal nachholen.
      Dank Dir für’s Kommentieren, LG, Elke

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  3. Klaine sagt:

    Ich finde es auch traurig, was aus den Bäckereien geworden ist. Selbst viele kleine Bäckereien benutzen nur Fertigprodukte (und sei es standardisiertes Mehl mit Chemie). Ich finde es allerdings auch erschreckend wie teuer Bäckereiprodukte geworden sind. Wenn ich heute sehe, dass ein Schokoplunder 1,95€ kostet und ich dann denke, dass ich früher niemals 4DM für ein Plunder bezahlt hätte. Gerade Backwaren sind im Vergleich seit dem Euro viel teurer geworden und dass obwohl sich die Qualität in die andere Richtung entwickelt hat.
    Früher konnte man ein Brot in einer Woche essen. Heute ist es nach zwei Tagen ungenießbar.
    Ganz liebe Grüße!

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    1. strickspleen sagt:

      Ja, stimmt. Und genau daran kann man Brotqualität auch erkennen: handwerklich gutes Brot ist nicht schon am 2. Tag trocken.
      Mir persönlich sind dann noch Vollkornbrote wichtig, und Biokorn ist auch gesünder und lecker, am besten noch frisch gemahlen…aber solche Bäcker musst du dann schon lange suchen. Ein ordentlicher Bäcker-Handwerker, der seinen Beruf noch ausübt und nicht nur Fertigmischungen und Teiglinge aufbackt, ist einfach schon mal die Basis, und wenn wir im traditionsbewussten Deutschland diese „Spezies“ nicht erhalten können, kann man irgendwann kein Brot mehr essen, jedenfalls nix, was den Namen verdient.
      Schön, dass das Thema auf Interesse stößt, das lässt mich doch hoffen. Danke Dir für Deinen Kommentar!

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