Alle Jahre wieder: Der faserverrückte JAHRESRÜCKBLICK

Podcastest du? Schreibst du ein Blog? Oder hast du einfach Lust, auf das Faser-Crafting-Jahr 2015 zurückzuschauen?

Diese Fragen stellt die Distelfliege, inzwischen schon traditionell, alljährlich zur Jahreswende, und verbindet das Ganze inzwischen sogar mit einem Gewinnspiel auf ravelry.

Auch wenn mich Gewinnspiele eher kalt lassen und ich normalerweise sehr dafür bin, immer nach vorn zu gucken als zu lange zurück, ich mache wieder mit, weil es mir die letzten Jahre einfach Spaß gemacht hat und mir die Fragen gut gefallen, die sich Ziska dazu ausdenkt. Wollt Ihr auch mitmachen? Dann schaut Euch gerne hier oder im oben verlinkten Rückblick der urbanen Spinnstube an, wie’s geht:

Im Prinzip einfach die Fragen kopieren und beantworten…Nicht alle müsst ihr benutzen. Ihr dürft gerne auch welche rauslassen.
Beantwortet die Fragen mit oder ohne Bilder in euren Blogs/Podcasts, oder, wenn nicht vorhanden, direkt im Thread auf ravelry. Wenn ihr podcastet oder bloggt, bitte ich euch, das im Thread zu verlinken.

Also, hier mein Jahr 2015:
1. 2015 – das Strick-, Spinn- und Häkeljahr: (Was für Herausforderungen hast du gemeistert? Was waren erstaunliche und erwähnenswerte Projekte?)

2015, für mich eindeutig das Jahr der Neuanfänge, privat, beruflich, handarbeitstechnisch: Ich habe mit Weben und Spinnen angefangen, was ich jahrelang ganz bewusst vermeiden wollte, im Dauergefühl, dazu nun wirklich keine Zeit zu haben. Und beim Spinnen kam dazu: Stash habe ich genug, was soll ich da noch selber zusätzliche Wolle spinnen?  

 

Außerdem hatte ich bei einem Versuch 2013, das Spinnen mit der Handspindel zu erlernen, schlicht & einfach nicht kapiert, um was es geht (nicht Fasern verdrehen, sondern ausziehen;-)), entsprechend frustriert hatte ich das Thema erstmal aufgegeben, nach dem Motto „man muss ja auch nicht alles können“! 

Nee, muss man sicher nicht, aber als ich mit dem Weben anfing, wurde mir schlagartig klar, welche vielfältigen Möglichkeiten mir entgehen, wenn ich keine handgesponnene Wolle benutzen kann, sogar die Fasern an sich oder die bei den ersten Spinnversuchen produzierte „Faserkotze“ lässt sich herrlich verweben

…und dann: die Beschäftigung mit der Herstellung von gängiger Industriewolle ist sowas wie die „Pille der Erkenntnis“ schlucken-ein Zurück gibt es nicht, ich will zukünftig wissen mit welchem Material ich arbeite, und auch das lässt sich spinnend besser bewältigen, die Kontrolle über die Herkunftsfaser ist ein guter Aspekt, außerdem gewinnt man als SpinnerIn einfach zusätzliche Kenntnisse über Wolle&Fasern, sogar über die wollproduzierenden Tiere und Pflanzen, das ist hochinteressant…und so einfach nicht möglich, solange man nur das fertige Wollprodukt kaufen geht. 

So habe ich 2015 nicht nur neu mit mulesingfreien und insgesamt nachhaltiger produzierten Garnen gestrickt, ich habe mit Weben & Spinnen (und ein bisschen Nähen) wunderschöne Erweiterungen meines Hobbys erlebt und fühle mich einfach ganzheitlicher im Tun, theoretisch kann ich mir meine Werkstoffe jetzt selber produzieren, ganz nach meinen Vorstellungen…und ich trinke meinen Tee lustvoll aus einer irischen Schafe-Tasse, verfolge den „Wanderschäfer“ auf twitter und freue mich jedesmal mehr, wenn ich beim Spaziergang die Schafherde treffe, die bei uns um die Ecke weidet;-))

  

Und die Herausforderung „Spinnenlernen“ war aus meiner Sicht am Spinnrad wesentlich leichter zu bewältigen als mit der Spindel, wobei das wohl ein persönliches Ding ist, die Meisten kommen ja mit der Handspindel prima klar, dank Chantimanou und ihren YouTube-Videos jedenfalls. Und auch das Weben kann man per YouTube prima erlernen, das Schwierigste empfand ich fast das Alleine-Rahmen-Bespannen, aber dank der Hammer-Methode (https://www.youtube.com/watch?v=wD6EmqEW_gI) gelingt auch das inzwischen einwandfrei.

Und besondere Projekte gab es dadurch auch, quasi bei jedem meiner (neuen) Lieblingsbeschäftigungen mindestens eins: 

Spinnen: der erste Cowl aus eigenem Handgesponnen, sogar absolut tragbar, hätte das erst gar nicht für möglich gehalten, dass aus den schwangeren Regenwürmern sogar was Schönes werden kann;-)

Weben: der erste (rote )“Stoff, selbsthergestellt am Saori-Webrahmen (der noch eine Tasche werden soll, aber bisher mein neues Handarbeitszimmer als kleiner Wandbehang schmückt)..und der (zufällig ebenso rote) Schal aus Uraltstashwolle gewebt, der schnellste Schal aus Wolle, den ich je gemacht habe, und der einfach „geil“ aussieht.

Nähen: meine japanische Knotentasche, die ich einfach liebe, auch wegen den schönen Stoffmotiven!

Stricken: der BSC, die lange von mir nur an Anderen bestaunte Strickjacke von LaMaisonRililie, deren ewiglange Anleitung ich auch ohne meine liebste Ravelry-Gruppe „Gemütliches Stricksofa“ nie kapiert hätte, aber jetzt ist sie fertig und ich bin stolz, stolz, stolz!

Achja, und das Sockenstricken hab‘ ich ja auch noch gelernt…wenn ich auch wieder feststellen musste, dass das nicht wirklich meins ist, keine Ahnung, warum!?? 

 Und das Einzige, was mir jetzt noch fehlt zum Glück, ist das Selber-Färben…Ihr wisst also schon, was ich in diesem Frühjahr machen werde;-)

2. Der Stash 2015

Wie bist du mit deinem Wollvorrat umgegangen? Unter welchem Zeichen stand dein “Stashjahr”, wie hat sich alles entwickelt? Errungenschaften? Abbau-Erfolge?

Mein Stash hat sich m.E. positiv weiterentwickelt, er ist sogar abgebaut worden, auch wenn das weniger am Stricken, sondern an zwei anderen Dingen lag:

– Weben kann ein guter Stashburner sein und (mit dicker Wolle) geht es auch noch sehr schnell vonstatten…&

– ich habe noch etwa 4 Pakete Wolle verschenkt/gespendet, auch das ist m.E. ein guter Weg, den eigenen Stash überschaubar zu halten.

Am Meisten freue ich mich aber darüber, dass sich die Qualität des stashs langsam, aber sicher verändert in Richtung „kleiner, aber feiner, hochwertiger, nachhaltiger produziert, und damit dieses Jahr endgültig „Meisen“-, „Rödel-&co“-befreit, was mir persönlich einfach lieber ist. Stattdessen sind Rosy-Green/LaPascuali/Mirasol/Schafpate/Fink & eco-Schoppel u.v. Handgefärbtes eingezogen, und alles passt wieder schön übersichtlich in meine Wollvitrine.

Zugeben muss ich aber auch eines: Ich fange an, Stoffe und Fasern zu stashen, das relativiert den Abbau leider etwas. Zum Glück habe ich allerdings überhaupt kein stashshaming -Empfinden…ich liebe meinen Stash und werde mich bestimmt nicht davon stressen lassen!

3. Mein Kleiderschrank: Welche Sachen hast du 2015 oft und gerne getragen? (Können auch Sachen aus Vorjahren sein)

Am häufigsten getragen habe ich erstaunlicherweise das Tuch „Easy“ von Martina Behm, obwohl ich ja nur begrenzt Behm-Fan bin…ich denke, es liegt daran, dass ich grundsätzlich feststellen muss, dass die schlichten Designs mir zwar zum Verstricken oft langweilig erscheinen, für die Tragepraxis allerdings doch häufig die besseren sind, einfach, weil sie zu mehr anderen Kleidungsstücken passen. Bei meinem Easy kommen noch die Farben dazu, die besonders vielseitig vorhanden sind, also ein perfektes Alltagstuch, einfach zu Allem, basta;-) Und in jedem Fall ein schönraffiniertes Stück für Strickanfänger, das muss man dem Tuch in jedem Fall auch lassen. Tolles basic also, zum Stricken wie zum Tragen:  

 
Wo ich mich dagegen noch nicht daran gewöhnt habe, ist an das Tragen von Webschals. Die fühlen sich einfach anders an, (mir damit ungewohnt), sie fallen anders, legen sich anders um den Hals etc….aber vllt. ist das nur so ein Umgewöhnungsding, ich geb der Sache einfach mal mehr Zeit.

4. Gemeinsam geht alles besser-Was hast du für Aktionen/-Alongs/Events mitgemacht? 

Ich habe mich wieder an knitalongs beteiligt, denn das macht mir immer wieder Spaß, so wie aktuell noch am Minas-Tirith-KAL der Designerin Michaela Schmidt-Förster, die übrigens auch webt und die ich eigentlich dadurch kennengelernt habe. Was ich allerdings nicht mehr mache, sind Mystery-KALs…da habe ich einfach schon zu Vieles ribbeln müssen, das Risiko gehe ich einfach nicht mehr ein, ich ribbele auch so noch genug;-)

Obwohl ich es beim „Doodler“ von Stephen West erst’mal echt bereut habe, den hätte ich doch mitstricken sollen!…wie gut, dass das ja immer noch geht;-) Dieses hier von sksksk ist übrigens mein bisheriges Lieblingsdoodlertuch!

5. Was waren die schlimmsten Crafting-Unfälle und Reinfälle?

Eindeutig und immer noch sehr bedauerlich aus meiner Sicht: Der Hoodie von Melanie Mielinger, bei dem ich erst kurz vor Fertigstellung bemerkt hatte, dass die Färbung von Schachenmayr sch…war und die ganze wunderbar sitzende Jacke verdorben hat. 

 

Ist vorbei, aber irgendwie immer noch zum Heulen, finde ich. Irgendwann werde ich die noch’mal stricken, wenn ich das Trauma überwunden habe…die Anleitungen von Melknits finde ich bisher jedenfalls immer gut, und wäre ich mehr so der Schnellstricker-Typ, hätte ich längst schon ihre Modelle Sidekicks oder DawsonsSweater nachgestrickt…aber noch sind mir die doch aus zu dünner Wolle.

6. Lieblings-Designer_in 2015?
Da muss ich sagen: LaMaisonRililie, im letzten Jahr eindeutig…obwohl ich das immer sauschwer finde, es gibt so viele schöne Designs, zum Glück, und tausend begabte kleine & große Designer, so auch Claudia Eisenkolb, Christina Körber-Reith, Svetlana Gordon, Nathan Taylor, um mal ein paar zu nennen, die vllt. noch nicht jede/r wahrgenommen hat.

7. Song, Buch und Film des Jahres? 

Hab ich leider nix wirklich Überzeugendes, ich war noch nie so enttäuscht von Neuproduktionen wie dieses Jahr, vor allem auch vom Buchmarkt – mir fällt kein einziges Buch ein, dass ich dringend weiter empfehlen möchte…und das mir:-(

Anfang des Jahres hatte ich ja extra eine Seite des blogs reserviert, um die vielen „tollen“ Bücher, die ich in meiner Freizeit schmökern würde, endlich mal zu erfassen und über die besonderen dann auch zu bloggen…das ist völlig im Sande verlaufen, weil ich mangels Begeisterung die Lust verlor, die Bücher überhaupt aufzuschreiben…ich werde die Seite wohl einstampfen, steht eh kaum Lesbares drauf, mein audible-Abo will ich kündigen. Irgendwie traurig, aber wahr.

Immerhin habe ich kürzlich drei DIY-Ratgeber gelesen oder angelesen, die ich gut finde, und deren Anschaffung mir aktuell weiterhilft:

Spinn, Spindel, spinn von C.Manou-Müller (allerdings vor allem fürs Handspindeln!)

Top Down von Elizabeth Doherty, und

Rigid Heddle Weaving von Betty L. Davenport


8. Was hast du 2015 neues begonnen?
Siehe Pkt.1…und außerdem: eine virtuelle Freundschaft mit einer anderen Strickerin, die ich so bereichernd finde, dass ich sie nicht mehr missen möchte. Eigentlich gehöre ich zu der Fraktion, die behauptet, dass sowas nicht geht. Man muss einen Menschen real kennen, um eine echte Beziehung herstellen zu können. Das ist meine Sicht der Dinge. Und viele virtuelle Beziehungen bestehen ja mehr im „Menschensammeln“ denn im wirklich kommunizieren, weshalb ich kein facebook-Freund bin…aber: Ich lerne gerne was Neues, also, mal sehen, wie es weitergeht und was passiert, wenn wir uns real treffen und „richtig kennenlernen“. In jedem Fall ist es gerade sehr schön auf diesem Weg eine Strickfreundin zu haben, mit der man sich über das schönste Hobby der Welt jederzeit austauschen kann.

Und ich besuche neuerdings einen Webtreff, auch wenn ich dazu leider eine gute Strecke fahren muss. Macht nichts, lohnt sich.

10. Wovon hast du dich 2015 getrennt?

Von falschen Idealen, von falschen „Freunden“, von einem Stück Jugend – ich bin jetzt endgültig im „Wechsel“ angekommen und stelle fest, dass das eine interessante Zeit sein kann. Hitzewallungen & Schlafstörungen braucht zwar kein Mensch, aber trotzdem „raus“zugehen gibt neues Selbstbewusstsein: schöner werde ich nimmer, aber wen interessiert das? Mich hoffentlich nicht, und ich merke, dass ich immer weniger kompromissbereit bin, mich von unlohnenden Arbeiten, dummen Leuten, falschen Idealen oder Medienspektakel usw. stressen zu lassen-mag ich nicht mehr, ich bin ich und wem’s nicht passt, der soll mich in Ruhe lassen

  

…und ich glaube, das ist gut so.

Hattest du ein Motto für 2015?

Da musste ich erst nachlesen, ach ja, das war mein Motto:

„Genauer hinschauen! Woher kommt das? Wer hat das wie produziert? Brauche ich das wirklich? Macht mich das echt glücklich…oder was ganz anderes? Werde ich das wirklich benutzen/tragen? Tut mir das gut? Oder auch: tut mir dieser jemand wirklich gut? …“

Ok, hab ich mich relativ gut dran gehalten, dafür, dass ich’s glatt vergessen hatte;-)

12. Hast du ein Motto für 2016? Und wenn ja, welches?
2016 soll für mich einfach ein Jahr der bewussten Lebensfreude werden, verbunden mit Dankbarkeit, dass es mir gut geht und ich im Großen & Ganzen tun und lassen kann, was ich will. Das bedeutet Freiheit, die viele Menschen auf der Welt gar nicht haben. 

Es gibt wieder mehrere schwere Erkrankungen in meiner Umgebung, so dass ich froh und dankbar sein kann, dass ich gesund bin. 

Ich habe letztes Jahr wieder verstärkt Kulturelles genossen, Ausstellungen und Konzerte, ebenso Besichtigungen bei unseren kleinen Reisen-das zeigt mir immer, wie schön die Welt ist und wie viele tolle Menschen es gibt, Künstler, Sozialengagierte, aber auch Begegnungen mit „ganz normalen“ Menschen, die mich verschiedenartig bereichert oder berührt haben…und dass ich noch ganz viel entdecken will.

Aber auch wenn aus Reise-und Kulturplänen nichts werde sollte: das Handarbeiten und die vielen Inspirationen aus der Strickcommunity werden mir, das weiß ich jetzt schon, auch 2016 wieder viele persönliche Highlights verschaffen – ich freu mich drauf!



(Wenn ihr Euren Jahresrückblick bis zum 31.1.2016 auf ravelry postet, könnt ihr, wie gesagt, auch was gewinnen! Und zwar als ersten Preis einen von der Distelfliege genähten Projektbeutel, wahlweise einen “boxförmigen” mit Reißverschluß oder einen Beutel mit Zugband, wo auch ein wenig mehr reingeht. Und als zweiten und dritten Preis gibt es signierte Strickmuster (gedruckt, nicht virtuell) von Martina Behm.)

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Heike0307 sagt:

    Das ist ein toller Jahresrückblick von dir, liebe Elke. Toll wie du dich den neuen Dingen wie weben und spinnen widmest. Ich schaffe es immer noch erfolgreich mich dagegen zu wehren, mein Stash braucht eigentlich keinen zusätzlichen Zuwachs. Dafür hab ich angefangen zu färben und möchte das in diesem Jahr auch noch etwas vertiefen, auch nicht gut für den Stash, hihi. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß bei den wollverrückten Hobbies und freu mich, dich beim OBT-KAL dabei zu haben. Liebe Grüße und alles Liebe und Gute für 2016!

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  2. Katharina sagt:

    Den Rückblick habe ich sehr gerne gelesen! Schade nur, dass Dich im letzten Jahr kein einziges Buch begeistern konnte! Hoffentlich wird das in 2016 wieder anders!

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