Pullovergeschichten

2016 ist stricktechnisch gut gestartet, ich habe schon ein kleines Projekt fertiggestellt und mehreres in Arbeit, das, wenn mir nichts dazwischenkommt, auch bald der Fertigstellung entgegensieht. Was sich dabei gefühlsmäßig herauskristallisiert (blödsinnige Formulierung, sorry) ist, dass 2016 mein Jahr der Oberteile werden könnte, denn ich habe gerade ü b e r h a u p t  k e i n e Lust mehr auf Tücherstricken, was sonst ja mein liebstes & häufigstes Strickstück war, und auch weitere Accessoires reizen mich nicht wirklich…stattdessen würde ich am liebsten mindestens fünf Pullover anschlagen und Strickjacken brauche ich tatsächlich noch mehrere, und hätte auch dabei kein Problem gleich drei bis zehn Modelle zu nennen, die ich gerne baldmöglichst stricken würde. 

Natürlich viiiieeel zu viel für ein Jahr, erst recht bei meinem eher bescheidenen Stricktempo (und ganz abgesehen von anderen DIY-Planungen, ich sage nur „Weben, Spinnen, Nähen“ usw.)! Ich habe also keine Ahnung, wie ich dieses Jahr meine Wünsche und Fantasien in Realität und tragbare Ergebnisse umsetzen kann, und tue das, was ich immer am liebsten tue: einfach loslegen! So habe ich derzeit den dritten Pullover im Anschlag, aber noch keinen fertig: 

 

Von oben nach unten: 
Dunkelblauer Anschlag: Drawing Straws von LaMaisonRililie, obwohl ich die Art ihrer Anleitungen hasse – auf einer Seite stehen die gleichen Anweisungen doppelt&dreifach, tw. unterschiedlich bezeichnet, so dass ich garantiert nie weiß, ob jetzt wirklich das Gleiche gemeint ist oder ich was Neues oder das Ganze nochmal stricken soll, und das alles auf englisch…grrrrrr…verbraucht so viel unnötiges Gehirnschmalz, das ich an ganz anderen Stellen bräuchte! Aber ich finde die Mischung von Streifen und Karos einfach soooo schön, dass ich nicht widerstehen konnte, es zumindest mal auszuprobieren.

Ausserdem konnte ich nix dafür!  Dass ich einen dritten Pulli anfangen musste, lag ja nur daran, dass ich mich bei dem zweiten (im Bild obenaufliegenden) Streifenpullover, den ich farblich in Eigenregie stricke, einfach nicht entscheiden konnte, mit welcher Farbe ich nun weiterstricke!??! Das ist schließlich eine folgenschwere Entscheidung, die man nicht einfach so treffen kann…und kostet Zeit, die man ja nicht zu verschenken hat, da ist es doch ungeheuer vernünftig, stattdessen einen dritten Pullover anzuschlagen!

Ich hätte auch die Ärmel an dem untersten („After the rainvon H.Kirrmaier) erstmal fertigstricken können? Klar, das sagt sich so leicht! Aber auch darin war ich einfach behindert…schlicht nicht möglich, den erst fertigzustellen, denn erstens: die Wolle war verschwunden! Ja, Tatsache! „Datt Huus verleert nix“, wie der Kölner sagt, soviel war klar, aber dank meiner Auf-und Umräumaktionen im vergangenen Jahr blieb diese Baumwollmischung einfach verschwunden, komplett untergetaucht, ich konnte also gar nix anderes tun, als das Muster mit einer anderen Wolle noch’mal anzuschlagen, wenn ich daran weiterarbeiten wollte – logisch, oder? 

Und zweitens: der unterste Pulli ist jetzt einfach gar nicht dran und muss sich mal ganz hinten anstellen (obwohl ich die Wolle natürlich längst wiedergefunden habe;-)) In Mainz ist nämlich seit Freitagnachmittag auch mal endlich der Winter eingekehrt, wow, der Kalender und die Witterung stimmen mal so laaaangsam überein, und j e t z t  könnte man auch so laaangsam mal auf die Idee kommen, Wintersachen anzuziehen (und zu stricken), vorher war ja mehr so Nebel-Frühling. 

Jedenfalls habe ich dadurch das Gefühl noch gaaaaanz viel Zeit zu haben mit den Ärmeln dieses „Frühlingspullis“ und stricke lieber an meinem Lust-&-Laune-Pulli aus gelbgrünblaubraunem Madelinetosh-und Wollnerinnengarn, letzteres auch als schöne Erinnerung an meinen letzten Berlinbesuch im Dezember, wo ich bei der Wollnerin in Schöneberg eingekauft habe, ein empfehlenswerter, noch relativ neuer Wolleladen in der Hauptstadt, wo die Besitzerin nicht nur selbst färbt (auch auf Wunsch), sondern auch insbesondere um englische & südamerikanische Wolle bemüht ist und außergewöhnlich versiert und offen über das Thema Ökologie&Nachhaltigkeit in der Wollproduktion spricht, weil es ihr selbst ein Anliegen ist. Ach, ja, über Porto und Berlin gäbe es auch ganz viel zu bloggen, aber dann würde ich meine Fotos gerne dazu zeigen, und dann müsste ich die mal raussortieren und vllt. bearbeiten, und dazu müsste ich mich an den PC setzen, und dazu müsste ich ins Büro und da erst aufräumen, denn von der letzten Woll-Suchaktion (s.oben) sammelt sich noch mein Stoff!stash auf dem Schreibtisch, denn der Stoff soll in andere Kisten, die ich aber beim Einkauf gestern nicht so finden konnte, wie ich sie mir vorstelle….etc.etc….da stricke ich doch lieber eine Runde und verschweige halt, dass ich in Berlin war. Und träume davon, bald eine Strickjacke anzuschlagen, z.B. dieda…..Naima,Impromptu, Woodfords, Jule, Hannu, BeauB, Clouds, Masterpiece, Campside, Ondule, MarlOn, Watson, Lace Affair, Danshui, Drift, Metro, Ink oder Bonfire... 

Ich kann sie mir alle ganz wunderbar an mir vorstellen, und noch viel mehr. Stricken ist und bleibt die schönste Beschäftigung der Welt!

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. tini sagt:

    Du könntest natürlich auch den Frühlingspullover fertig stellen und wenn wir dann in 3 Wochen wieder 10 Grad haben, hättest Du gleich was, was Du tragen kannst…. *duckundrennweg*

    Gefällt mir

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