Heute näh‘ ich…

(„Heute back ich, morgen brau ich…“aus Rumpelstilzchen

Meine persönlichen „guten Vorsätze“ für dieses Jahr beinhalten die Zuteilung bestimmter Wochentage zu bestimmten Geräten, um meinen Lernprozess mal ein bisschen mehr zu organisieren und ihm die Chance auf Kontinuität zu verleihen – im letzten Jahr bin ich in der Begeisterung für meine neuen Hobbies nämlich ständig hin und her gehopst, was sich zwar „super kreativ“ anfühlt, aber weniger zuträglich ist, wenn es um Fortschritte geht.

So will ich also montags jetzt z.B. nähen, und da ich eine neue Nähmaschine habe und mich mangels großer Nähkenntnisse eh noch einarbeiten muss, sammle ich sowieso gerade alles, was ich an Tipps und Tricks finden kann – und kann das auch gleich hier tun, dann weiß ich wenigstens auch, wo ich’s im Bedarfsfall finde, und meine Leser haben auch noch was davon.

Aber erst ein Bild vom neuen Schätzchen – launige Geschichten über meine Suche nach einer geeigneten Nähmaschine und einen qualifizierten Bericht über diesselbe soll es später auch noch geben, auch dazu braucht man etwas mehr Know-how, als ich Anfänger es bisher habe, deshalb soll jetzt eben erstmal regelmäßig genäht werden!

Tatata, so schaut’s aus – ich bin schon mächtig stolz, denn der Unterschied zu meinem bisherigen Billigmaschinchen (…worauf ich aber auch nichts kommen lasse, für Anfänger grandios, wie ich finde-W6 1235/61) ist auf den ersten Blick zu sehen, ich liiiebe den breiten Durchlass und denke das war zumindest schon mal die richtige Entscheidung, ohne wäre ich doch unzufrieden gewesen, es macht die Näherei einfach viel konfortabler. Wen die Maschine interessiert, den verweise ich mal auf die Pfaffseite, und ebenso auf den ersten Erfahrungsbericht der Näh-Podcasterin Muriel Nahtzugabe5cm, die sich die Performance vor einigen Monaten auch frisch zugelegt hat.

Alle Füßchen liegen stets bereit….

In diesem Monat gibt es übrigens bei Pfaffens und auch im Internet gute Angebote, da die neue Performance 5.2 herausgekommen ist, deren einziger Unterscheidungspunkt aber bei den Zierstichen liegt, was mir jetzt nicht so wichtig war, finanziell kann sich das jedenfalls lohnen, z.B. über Nähpark – auch wenn man dort nicht kauft, kann man übrigens den tollen Service nutzen, die Datenblätter diverser Nähmaschinen direkt miteinander zu vergleichen, eine gute Sache für die Kaufentscheidung. Und bei MarjaKatz sowie bei Greenfietsen finden sich Erfahrungsberichte zu diversen Nähmaschinen von Testern & Usern, auch sehr hilfreich, aber dazu ein anderes Mal mehr…

Als allererstes habe ich für die Pinnwand ein paar Stiche „notiert“.

Im Grunde ist es mir fast peinlich, dass ich in den letzten zwei Jahren-solange hatte ich meine alte Nähmaschine nämlich schon-nicht gelungen ist wesentlich mehr zu fabrizieren als Kissen, Projektbeutel, Nadelmappen und Reißverschluss-Täschchen…aber andererseits war das genau das, was ich machen wollte, und ich habe einen Heidenspaß an meinen selbst gemachten Helferlein, sogar an selbstgenähten Putzlappen aus alten Handtüchern kann ich mich ganz anders erfreuen als an gekauften. Und ich finde es einen echten Gewinn, eben mehrere bunte Projekt-oder Nadelspiel-Beutel zu haben, die ich farblich passend zu meinem Wip auswählen kann, deren Stoffe ich mir selber ausgesucht und mit zum Hobby passenden Motiven gewählt oder versehen habe.

Genauso wie das Thema Upcycling für mich eine große Rolle spielt, denn unsere Altkleidersäcke sind einfach ein Riesenfundus an wunderbaren Stoffen, die zum größten Teil noch prima verwendbar sind. So habe ich zum Beispiel im Sommer eine alte Tischdecke zu Einkaufsbeuteln,  Brotkorb und weiteren Utensilos und zum Schluss noch kleinen Gläsertüchern verarbeitet, den karierten Bezug der Gartenbank beim Austausch ebenso weiterverwendet, wo er noch unausgebleicht war – ein Teil unserer Adventskalendersäckchen stammte daraus. Es ist überhaupt nicht der Sparaspekt, der mir daran so gut gefällt, noch nicht mal das Recycling&Umweltthema, sondern Kreativität verbunden mit so mancher Erinnerung, die so ausgelebt und in neue Gegenstände „eingewebt“ werden, das ist eben etwas Besonderes, was weit intensiver als jedes „Kauferlebnis“ ist. Allein die Frage „Was könnte aus diesem alten Stück Stoff noch werden?“ kann so viel Freude machen, schon beim Ausdenken möglicher Projekte, ehe eine Nähmaschine überhaupt angemacht werden muss…einfach wunderbar!

Vllt. nicht das Allerschönste Nähmüll-Eimerchen, aber irre praktisch – und aus der schon viel zitierten alten Tischdecke.

Gleichzeitig macht gutes Werkzeug aber immer mehr Spaß und bietet auch dem Anfänger neue Möglichkeiten- schon als ich meine Taschen aus alten Jeans genäht habe, oder probiert habe, aus meinem Selbstgewebten zu nähen, wurden die Grenzen einfacher Maschinen deutlich, und auch wenn alles irgendwie ging, hätte ich mir da schon den breiten Durchlass, einen höheren Nähfusshub, verstellbaren Nähfußdruck und mal zwei freie Hände gewünscht…vom Fluchen bei der Suche nach meiner Schere zum Fadenabschneiden, oder weil die Spule sich gerade im entscheidenden Moment sehr heimtückisch & unsichtbar geleert hat, mal ganz zu schweigen! Deshalb freu‘ ich mich, auch wenn ich nicht versprechen kann, dass ich demnächst unter die echten Nähnerds gehe…Klamottiges würde ich zwar schon gerne auch mal nähen, aber es eilt mir nicht damit, muss ich zugeben…und Quilten finde ich faszinierend, ahne aber, dass ich – außer zu ein bisschen Freequilting vllt. – wohl nicht so die Geduld für kleine patches habe, und auch geschmacklich ist das nicht alles so mein Ding – man will die Sachen ja dann auch in der Wohnung haben und nicht im Schrank verstecken, weiß nicht, ob das so passt.

Aber so gehe ich ja auch nicht an die Dinge ran – ausprobieren, was Spaß macht, ist meine erste Maxime, und da bin ich einer alten W6 einfach mal dankbar, dass sie mich ohne Rumgezicke das Nähen hat lernen lassen und, dass ich jetzt eine schöne neue Maschine habe, die mir alleine mit der Vielzahl an Schnickschnack und ein paar Zierstichen neue Perspektiven fürs Weiterentwickeln bietet…lasst Euch überraschen, was die nächsten Montage bringen.

Heute habe ich erst mal eine neue größere Unterlage für die Nähmaschine genäht, denn die alte war zu klein, und da ich nur einen Tisch mit der Schneidematte habe, auf der gleich die Maschine steht, ist so ein Schutz halt wirklich nötig.

Nur die Oberseite ist aus neuem Stoff, die Rückseite besteht aus einem alten Bügelbrettbezug samt Schaumstoffeinlage, und auch ein altes Badetuch habe ich zum Polstern noch mit eingenäht, fast alles Altstoffverwertung-statt-Müll also.   Das Stöffchen ist von Stoff&Stil, in diesem Fall in Berlin gekauft, aber kürzlich auch noch online erhältlich. Sollte ursprünglich eine Tasche für Nähkursbesuche werden, dann eine Nähmaschinenhülle für die W6, jetzt mal sehen, was ich aus dem großen Rest noch mache – die Pfaff hat einen Hardcover-Koffer, den ich alleine aus Platzgründen auch zum Abdecken benutze. Aber die Ideen gehen mir selten aus, und spätestens nächsten Montag erzähle ich Euch noch von einer Linkparty, an der ich teilnehmen will…ganz abgesehen vom Januarprojekt des Taschen-sewalongs, von dem ich ja schon berichtet hatte. Bis denne…



Ein weiteres Weihnachtsgeschenk, was schon ewig auf meiner Wunschliste stand – ich steh‘ einfach auf Garnhalter dieser Art! Am liebsten hätte ich jetzt noch Garnrollen aus Holz!😉

P.S. …und hier noch ein paar Notfall-Tipps für den Anfang, also wenn es doch mal nicht so rund läuft mit der Nähmaschine, wie es sollte, Faden reißt, Unterfadenspannung spinnt etc.-woran könnte das jetzt liegen? Elna hilft…und das gilt nicht nur für Elnamaschinen.

Advertisements

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. madameflamusse sagt:

    toll toll toll, will auch nähen, deine neue Maschine ..mmmh die tät mir auch gefallen 😀

    Gefällt mir

      1. madameflamusse sagt:

        😀

        Gefällt mir

  2. Wünsche Dir viel Spaß mit einer neuen Nähmaschine. Bin gespannt was für Projekte Du damit umsetzt.

    Lieber Gruß, Muriel

    Gefällt mir

    1. strickspleen sagt:

      Ja, ich auch, hihi! Danke Dir sehr für Deine Kommentare – freut mich, dass Du den Weg zum blog gefunden hast,
      mit ganz LG!

      Gefällt mir

  3. 123 Nadelei sagt:

    Viel Spaß mit Deiner Neuen, ich habe eine Gritzner Tipmatic 6125, die ist baugleich der select 3.2. Ich upcycle aus den gleichen Gründen wie Du es so treffend beschreibst.
    Im Anfängernähkurs treffe ich preisbedingt ständig auf W6 und war gerade gestern irritiert, als eine SpulenKapsel samt Halterung aus einer Maschine gepuzzlest kam. Deshalb habe ich mich gerade über diese Maschinen informiert.
    Der Einstieg zum Nähen damit ist naheliegend und immer mal wird es sein wie bei Dir.
    10 Jahre Garantie gaukelt Solidität vor, ich schätze mal, dass Reparaturen dann mit Tauschgeräten geleistet werden. „Wertarbeit“ und ein Mann mit Kittelschürze beim Vorführen des Gerätes im Video sind verkaufsstrategisch durchdacht vom Händler, der aus Taiwan importiert. Wenn man weiter denkt ist es wie bei vielen Produkten. Unsere Zeit ist die der Wegwerfgesellschaft.
    LG Ute

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s